Protokoll rassistischer Übergriffe

Deutsches Haus

Wie aus einem Bericht der Augsburger Allgemeinen vom 11. Juni hervorgeht, warfen Unbekannte in der Nacht auf den 25. Mai in Erbach-Dellmensingen (Baden-Württemberg) aus einem fahrenden Auto heraus eine Fackel in Richtung des auf einer Wiese stehenden Wohnwagens einer französischen Roma-Familie und riefen dabei antiziganistische Parolen. Die Fackel verfehlte ihr Ziel und landete auf der Wiese. Die Familie verständigte die Polizei. Am frühen Morgen des 10. Juni gerieten ein Mann und eine Frau im Berliner Ortsteil Friedrichshain in einen Streit. Als eine 26jährige Passantin schlichtend eingreifen wollte, spuckte ihr der Mann den Angaben der Polizei zufolge ins Gesicht, beleidigte sie auf fremdenfeindliche Weise und trat ihr in den Unterleib. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

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Wie die Münchner ­Polizei (Bayern) berichtete, beschwerte sich ein 60jähriger Besucher eines Bordells im Stadtbezirk Laim am frühen Morgen des 10. Juni wiederholt darüber, dass die in dem Haus tätigen osteuropäischen Prostituierten deutschen Frauen die Arbeit wegnähmen. Ein Angestellter forderte den Mann daraufhin auf, das Etablissement zu verlassen. Dieser stürmte hinaus. Kurz darauf betrat der 60jährige das Bordell wieder und zog eine Handgranate aus seiner Jackentasche. Als er den Sicherungsstift ziehen wollte, stieß ihn der Angestellte aus dem Lokal und riss ihn zu Boden. Die Granate detonierte nicht. Alarmierte Polizisten nahmen den 60jährigen fest. Beamte eines Sprengstoffkommandos stellten fest, dass es sich um eine Handgranate aus russischer Produktion handelte, bei der der Zünder und der Sprengstoff entfernt worden waren.

Am frühen Morgen des 8. Juni sprach ein 36jähriger im Berliner Ortsteil Schöneberg drei Frauen im Alter von 20, 21 und 40 Jahren an. Diese gaben ihm zu verstehen, dass sie nicht an einem Gespräch interessiert seien. Daraufhin beleidigte der Mann die Frauen auf rassistische Weise. Die 20jährige forderte ihn auf, dies zu unterlassen. Daraufhin hob er einer Glasflasche vom Boden auf und schlug der jungen Frau damit ins Gesicht. Wie die Berliner Polizei berichtete, nahmen Beamte den 36jährigen kurz darauf in der Nähe des Tatorts fest. Die 20jährige musste wegen ihrer Kopfverletzungen ambulant behandelt werden. Der polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Wie aus einem Bericht der Polizei vom 6. Juni hervorgeht, beleidigte ein 40jähriger auf offener Straße in Halle (Sachsen-Anhalt) einen Studenten aus Tadschikistan auf rassistische Weise und versuchte, ihn zu Boden zu werfen. Dann flüchtete er vom Ort des ­Geschehens. Die Polizei nahm den 40jährigen kurz darauf in der Nähe fest.

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