Donald Trump im Blick

Warum man Trump nicht aus den Augen lassen kann

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Das Unschöne am US-Wahlkampf ist, dass man dauernd hingucken muss, beziehungsweise glaubt, dauernd hingucken zu müssen, denn natürlich zwingt einen niemand dazu, wirklich jede verdammte Rallye Donald Trumps in irgendeinem abgelegenen Kaff mit eigenem Flugplatz im Livestream zu verfolgen.

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Aber es wäre schon schön, den Moment, in dem er komplett gaga wird, nicht zu verpassen. Wobei die Masse an ungeheurem Blöd- und Dumpfsinn, den man sich in diesen vier Jahren plus Wahlkampf angetan hat, eigentlich eine derartige Lebenszeitverschwendung ist, dass es mit ein bisschen Gagawerden zum Ausgleich nicht getan wäre. Es müsste schon mindestens die Verhaftung von Trump live auf CNN sein. Mit vielen möglichst böse aussehenden FBI-Agenten, die gern auch alle verspiegelte Sonnenbrillen tragen dürfen, weil das immer noch ein bisschen bedrohlicher aussieht. Und weil es sich um wirklich ausgesprochen viele verschwendete Stunden handelt, müsste natürlich auch die Verlesung der Anklageschrift live übertragen werden, die gern auch aus sehr vielen Punkten bestehen kann. Und anschließend noch ein bisschen die Zelle ansehen, wäre auch ganz nett.

Meine Güte, ist das jetzt nicht ein bisschen übertrieben? Sind da nicht sehr viele niedrige Instinkte im Spiel? Ja. Absolut. Andererseits waren es doch aber echt viele … Halt, nein! Diese ganze Träumerei bringt doch nun wirklich nichts. Wenn der Mann überhaupt jemals verhaftet wird, dann ganz sicher in dem Moment, wenn man kilometerweit von jeglichem Kabelfernsehen entfernt ist. Das kann also nur im Norwegen-Urlaub sein, der aber wegen Corona vielleicht auch nächstes Jahr nicht möglich sein wird, weswegen Trump also eher nie verhaftet wird und man den Fernseher eigentlich erst am Wahlabend wieder einzuschalten braucht, um am Ende seine Wiederwahl zu schauen. Wäh.