Jungle+ Artikel 21.11.2024
Der Wiesbadener Parteitag der Grünen war komplett auf ihren neuen Kanzlerkandidaten Robert Habeck zugeschnitten

Die Robert-Partei

Die Grünen haben bei ihrem Wiesbadener Bundesparteitag Robert Habeck zum Kanzlerkandidaten gewählt. Die Veranstaltung war komplett auf den Spitzenmann zugeschnitten.

Nicht einmal auf der Toilette blieb man vom »Team Robert« verschont. An den Kabinentüren der Toiletten beim Parteitag der Grünen hingen ausgedruckte Zettel, auf denen zu lesen war: »So bringen wir Robert in die Familienchats«. Es folgte der Aufruf, einem Whatsapp- oder Telegram-Kanal mit dem Namen »Habeck2025« beizutreten; dort finde man Videobotschaften und Bildchen von Robert Habeck – »zum selber Teilen« und um »Tweet-Storms« zu or­ganisieren. Habeck müsse nämlich »in den hintersten Ecken des Internets präsent sein«.

Der Vizekanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck prägt die Grünen derzeit wie noch keine Einzelperson vor ihm. Mehr als 96 Prozent haben ihn am Wochenende beim Parteitag in Wiesbaden zum Spitzenkandidaten für die vorgezogene Bundestagswahl im kommenden Jahr gewählt. 741 der 768 Delegierten stimmten für, 20 gegen Habeck und sieben enthielten sich. Dennoch wollten bis Montagmittag nur 500 Menschen auf Whatsapp dabei helfen, ihn in die eigenen Familienchats zu bringen. Eine ausbaufähige Zahl, zumal die Grünen mitgeteilt haben, nach dem Aus der bisherigen Regierungskoalition Tausende neue Mitglieder gewonnen zu haben.

An den Kabinentüren der Toiletten hingen Zettel mit dem Aufruf, einem Social-Media-Kanal mit dem Namen »Habeck2025« beizutreten.

Bei dem Parteitag ging es hauptsächlich darum, um die Begeisterung der Grünen für Habeck in den Wahlkampf zu tragen. Eigentlich habe man auf die Ampelkoalition blicken wollen, sagte der nunmehrige Spitzenkandidat in einer Rede. Nachdem es Anfang November aber zu deren Bruch kam, müsse man nach vorne schauen und sich auf den kommenden Wahlkampf konzentrieren. Die passenden Slogans dafür wurden bereits vorgestellt. »Der Start sind wir« oder »Neustartklar« waren Botschaften, die hinter den Rednern auf der Bühne eingeblendet wurden.

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