Jungle+ Artikel 19.06.2025
Präsidentenberater Stephen Miller setzt sich für drakonische Abschiebungen ein

Trumps Mann fürs Grobe

Stephen Miller, stellvertretender Stabschef im Weißen Haus, gilt als Kopf hinter der eskalierenden Abschiebungspolitik. Auch den Einsatz des Militärs gegen Demonstranten forderte er vehement.

»Geht einfach raus und verhaftet illegale Ausländer«, soll Stephen Miller, einer der stellvertretenden Stabschefs im Weißen Haus, die aus dem ganzen Land eingeflogenen hochrangigen Beamten der Abschiebebehörde Immigration and Customs Enforcement (ICE) Ende Mai in Washington, D. C., angewiesen haben.

Miller war frustriert: Trump hatte versprochen, Millionen aus den USA abzuschieben, aber die tatsächliche Zahl blieb hinter den Erwartungen zurück. Anstatt mühsam Listen von Personen ohne Aufenthaltsrecht anzufertigen und nach diesen zu fahnden, sollten die ICE-Beamten einfach dorthin gehen, wo die Betreffenden üblicherweise zu finden seien – zu Filialen des Baumarkts Home Depot beispielsweise, wo sich häufig Tagelöhner versammeln, um sich als Handwerker oder auf einer Baustelle anheuern zu lassen. Bei dem Treffen im Mai soll Miller gesagt haben, er wette, dass er mit ein paar Beamten losgehen und auf der Stelle 30 Leute festnehmen könnte, schrieb das Wall Street Journal unter Berufung auf einen Teilnehmer.

Auf Millers Worte folgten Taten: Die ICE-Beamten verschärften in den folgenden Wochen die Razzien, tauchten in Fabriken, Hotels und anderen Orten auf, wo Einwanderer ohne Papiere schlechtbezahlter Knochenarbeit nachgehen, und versuchten so, die Abschiebegefängnisse zu füllen. Ein ICE-Einsatz vor einer Home-Depot-Filiale in Los Angeles war einer der Hauptauslöser für die Proteste und Unruhen in der kalifornischen Metropole am vergangenen Wochenende.

»Schiebt die Invasoren ab oder ergebt euch dem Aufstand. Das sind die Möglichkeiten.« Stephen Miller über die Unruhen in Los Angeles

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