Antisemitisch verschallert
»Da Juden hauptsächlich im Westen leben und Teil der kriminellen Eliten dort sind, richtet sich dieser Kampf nicht nur gegen den Zionismus in Palästina, sondern auch gegen unsere eigenen westlichen Regierungen, Eliten und deep states, die Israel bei seinen Verbrechen unterstützen und begünstigen«. Dieser Satz stammt nicht etwa aus einer obskuren neonazistischen Publikation, sondern aus einem programmatischen Artikel aus dem Umfeld des Kongresses zum jüdischen Antizionismus, der Mitte Juni in Wien stattfand.
Veröffentlicht wurde der Artikel vorab auf der antizionistischen US-Website Mondoweiss. Einer der Autoren ist der israelisch-britische Filmemacher Haim Bresheeth-Žabner, Sohn von Shoah-Überlebenden und Gründer des Jewish Network for Palestine. Er trat als Redner bei dem Kongress auf.
»Man kann mit den Zionisten genauso wenig reden, wie man mit Hitler reden konnte. Die gesamte Gesellschaft in Israel muss umerzogen werden.« Haim Bresheeth-Žabner
Selbst innerhalb des offen antisemitisch radikalisierten Milieus sticht Bresheeth-Žabner mit seinen wiederholt getätigten drastischen Aussagen hervor. In einem Interview mit der Online-Zeitung The New Arab Anfang Mai sagt er: »Man kann mit den Zionisten genauso wenig reden, wie man mit Hitler reden konnte. Die gesamte Gesellschaft in Israel muss umerzogen werden.« Und weiter: »Es kann keine Versöhnung mit dem Zionismus geben, genauso wenig wie es eine Versöhnung mit dem Kolonialismus oder dem Nationalsozialismus geben kann. Der Zionismus ist von Natur aus unmenschlich und faschistisch.«
Seiner Meinung nach sind die zionistischen Juden »keine echten Juden« und »haben nicht nur Palästina, sondern jede Regierung im Westen kolonisiert«, wie er bei einer Kundgebung vor der israelischen Botschaft in London Anfang November sagte. Anschließend wurde er wegen »Unterstützung einer verbotenen Organisation«, der Hamas, festgenommen und am Tag darauf wieder freigelassen.
Am 19. November 2024 war er in der wöchentlichen Sendung des britischen Querfront-Aktivisten George Galloway bei Press TV zu Gast, dem englischsprachigen Staatssender des Iran. Im Dezember sowie im Januar dieses Jahres sprach er zudem bei den wöchentlichen Online-Sitzungen des Schiller-Instituts, einer von der Verschwörungspropagandistin Helga Zepp-LaRouche gegründeten Politsekte. Auch dort traf er mit seinen skurrilen Thesen auf Gleichgesinnte.