Jungle+ Artikel 26.06.2025
Wer die gefährliche Atlantiküberfahrt überlebt, macht auf den Kanaren gemischte Erfahrungen

»Viele meiner Freunde sind auf See gestorben«

Immer mehr Flüchtlinge versuchen, von Nordwestafrika aus auf die Kanaren zu gelangen. Diejenigen, die die gefährliche Überfahrt schaffen, machen auf der Inselgruppe gemischte Erfahrungen.

Die Sonne brennt auf den Strand, einige Menschen schwimmen, andere ruhen sich auf dem Sand von Las Canteras aus, nur wenige Schritte entfernt vom Zentrum der größten Stadt der Kanarischen Hauptinsel, Las Palmas de Gran Canaria. Noor* sitzt auf einer niedrigen Mauer und starrt auf das Meer hin­aus. Er ist 18, kommt aus Pakistan und ist seit drei Wochen hier. »Ich vermisse meine Mutter«, murmelt er, »ich fühle mich einsam hier.«

Dann senkt er den Kopf. »Ich kann keine Arbeit finden und habe kein Geld, ich weiß nicht, was ich tun soll.« Der NGO Caminando Fronteras zufolge, die die Rechte von Migrant:innen in Spanien überwacht, bleibt die atlantische Route vom afrikanischen Festland zu den Kanaren eine der gefährlichsten der Welt, mit 9.757 Toten allein im vergangenen Jahr – ein Anstieg um über 62 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mauretanien, gefolgt vom Senegal, ist das Hauptabfahrtsland zum Archipel.

»Wenn Rettung deine tägliche Arbeit ist, leiden Herz und Körper. Das bringt dir keine Seefahrtschule bei.« Cristian Castaño von der Gewerkschaft Comisiones Obreras

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