10.07.2025
Das antisemitische Shithole namens internationale Musikszene

Die globale Pop-Intifada

Der antisemitische Normalzustand macht sich nicht zuletzt bei der Popmusik und ihrem Publikum bemerkbar.

Die internationale Musikszene ist ein antisemitisches shithole. Alltagssprachlich existiert zwischen Zionismus und Faschismus ohnehin kein Unterschied mehr, damit wachsen pubertierende Popmusikfans nun wie selbstverständlich auf.

Bestenfalls nützliche Idioten, wahrscheinlich einfach bösartig, fluten sie genau wie ihre Vorbilder die sozialen Medien mit Hamas-Propaganda. Antizionismus ist Antisemitismus – hier existiert tatsächlich kein Unterschied. Es ist fraglich, ob Pali-Schals jemals als unpolitisches Modeaccessoire getragen wurden, aber seit dem 7. Oktober 2023 stehen sie offenkundig für den Support von Judenmord.

Antisemitismus ist eine hippe Jugendbewegung.

Kürzlich übertrug die BBC den Glastonbury-Auftritt der Band Bob Vylan, die gemeinsam mit dem Palästina-Fahnen schwenkenden Publikum »Death, death to the IDF!« skandierte. Danach spielten Kneecap, die bei Konzerten schon mal »Up Hamas, up Hizbollah!« rufen oder auf X ein Buch des ehemaligen Hizbollah-Chefs Hassan Nasrallah bewerben. Der kam 2024 bei einem israelischen Luftangriff ums Leben. Tja: Up IDF!

Antisemitismus ist eine hippe Jugendbewegung. Der ganz normale Mainstream-Pop hat längst geschafft, wovon der Rechtsrock (und die, die vor ihm warnten) nur träumen konnte. Als Yuval Raphael, Überlebende des Massakers beim Supernova-Festival, für Israel beim European Song Contest antrat, kam es zu Protesten. Der alte wie der neue ESC-Gewinner forderten, dass der Jude unter den Staaten nicht am Wettbewerb teilnehmen dürfe.

Massive Attack, Portishead, Mackle­more, Elvis Costello, Public Enemy, Bikini Kill, Thurston Moore, Rage Against the Machine, Patti Smith, Green Day – sie alle und noch viele mehr unterstützen die BDS-Kam­pagne oder sind sonstwie Teil der globalen Intifada. Frank Carter, der derzeit als John-Lydon-Imitat die Sex Pistols ins Lächerliche zieht, hat neulich im Leipziger »Conne Island« eine Israelflagge runtergerissen (»a flag of support for a genocidal terrorist«).

Es gibt Lichtblicke

Doch es gibt Lichtblicke: Der echte John Lydon ließ einmal mehr verlauten, dass er selbstverständlich Konzerte in Israel spiele, teilte gegen anti­semitische Studenten aus und nannte die Hamas »just Jew exterminators«. Auch Nick Cave, die Rolling Stones und Radiohead trotzten dem öffentlichen Druck und sagten ihre Gigs in Tel Aviv nicht ab.

Azealia Banks zog sich jüngst sogar von zwei Festivals zurück, weil sie von den Veranstaltern genötigt worden sei, während ihrer Auftritte »Free Pales­tine« zu rufen. Leider bestätigen diese Ausnahmen die Regel: Die inter­nationale Musikszene ist ein anti­semitisches shithole.

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Podkowik Propaganda – die Kolumne von Kolja Podkowik