Die große America Party
Eigentlich hätte das Wochenende für Donald J. Trump ein großartiges sein müssen. Immerhin hatte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu verkündet, ihn für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen zu haben, was den US-Präsidenten sehr gefreut haben dürfte. Schließlich wurmt es ihn sehr, dass er im Gegensatz zu Barack Obama noch nicht – wofür auch immer – damit ausgezeichnet wurde.
Gleichzeitig ist die Basis seiner Maga-Bewegung höchst verstimmt. Nicht etwa wegen des »One Big Beautiful Bill Act«, also des Gesetzespakets, das unter anderem den heftigen Abbau von Sozialleistungen zur Folge haben wird, von dem Trumps Anhänger Analysen zufolge besonders betroffen sein werden – vielmehr geht es um die angeblichen »Epstein Files«. Trump war mit dem Versprechen angetreten, die ihm zufolge gezielt unter Verschluss gehaltenen Einzelheiten über sexuellen Missbrauch Minderjähriger im Rahmen von exklusiven Veranstaltungen des Privatbankiers Jeffrey Epstein lückenlos zu veröffentlichen.
Elon Musk twitterte, dass es an der Zeit sei, die Bombe platzen zu lassen: »Donald Trump ist in den Epstein Files, und das ist der Grund, warum sie nicht veröffentlicht werden.«
Gerüchte darüber, welche der prominenten Freunde Epsteins daran teilgenommen hätten, waren im Maga-Umfeld und von der Qanon-Blase immer wieder gestreut worden – sie betrafen allerdings nur als liberal geltende Politiker und Prominente. Dass auch Trump zu den Teilnehmern gehört haben könnte und ausgerechnet dessen späterer Arbeitsminister, der Republikaner Alexander Acosta, als Staatsanwalt in Florida 2008 das durch Ermittlungen des FBI begonnene Verfahren gegen Epstein einstellen ließ und ihm neben Immunität in einer weiteren Strafsache eine lediglich 18monatige Strafe im offenen Vollzug zubilligte, wurde dort dagegen nicht thematisiert.
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