Jungle+ Artikel 10.07.2025
Das BSW ist offen für Gespräche mit der AfD

Mit Rechten reden

Das BSW hat im Februar zwar knapp den Einzug in den Bundestag verpasst, doch sorgt es immer wieder für Schlagzeilen. Dazu trug zuletzt der AfD-Vorsitzende Tino Chrupalla bei. Nun wird über eine Zusammenarbeit zwischen dem BSW und der AfD diskutiert. In einigen Punkten sind die Parallelen zwischen beiden Parteien auffällig.

Gutgelaunt und sichtlich entspannt erzählte der Co-Bundesvorsitzende der AfD, Tino Chrupalla, Anfang Juli im Interview mit dem Sender Welt von Gesprächen mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht. »Über das, was Deutschland bewegt, und wie man Mehrheiten verändern kann«, habe man sich ausgetauscht.

Die BSW-Co-Vorsitzende Sahra Wagenknecht dementierte das zwar, zeigte sich aber prinzipiell offen für Gespräche. »Wenn Sie mich fragen, ob ich auch mit Herrn Chrupalla reden würde, wenn es einen konkreten Anlass dafür gäbe, wie es in Thüringen bei dem Gespräch der Fraktionsvorsitzenden der Fall war: ja, selbstverständlich«, teilte sie am Wochenende mit.

Zuvor hatten sich in Thüringen die Landtagsfraktionsvorsitzenden beider Parteien getroffen, Frank Augsten (BSW) und Björn Höcke (AfD). Anlass waren die Wahlausschüsse zur Ernennung von Richtern und Staatsanwälten auf Lebenszeit. Aber auch allgemein habe man über Landespolitik gesprochen, so Augsten.

Ob es nun Gespräche auf Bundesebene gegeben hat oder nicht – das BSW profitiert von Tino Chrupallas Behauptung.

Bei den Gesprächen kam zwar nichts heraus, aber Höcke und Augsten nannten sie konstruktiv. Wagenknecht hatte das Treffen begrüßt. Sie kann sich sogar vorstellen, dass das BSW bei wechselnden Mehrheiten im Thüringer Landtag mit der AfD stimmt – was das Ende der Koalition zwischen CDU, SPD und BSW bedeuten könnte.

Die Strategie, die AfD zu isolieren, sei gescheitert, sagte sie am Samstag beim Sender Welt und sprach sich zudem für eine gemeinsame Regierung von CDU und AfD aus: »Eigentlich sollte die CDU ein Interesse haben, mit der AfD zu koalieren, solange die AfD überhaupt noch Koalitionspartner braucht.«

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