17.07.2025
Beim Konzert des kroatischen Neofaschisten Marko Perković (Thompson) waren fast eine halbe Million Menschen

Unverhohlener Faschist

Mehr als zehn Prozent der gesamten Bevölkerung Kroatiens versammelten sich am 5. Juli für ein Konzert des neofaschistischen Sängers Marko Perković auf der Pferde­rennbahn von Zagreb.

Unvorstellbar! 450.000 zahlende Zuschauer, das entspricht mehr als zehn Prozent der kroatischen Bevölkerung, versammelten sich am 5. Juli für ein Konzert des neofaschistischen Sängers Marko Perković auf der Pferde­rennbahn von Zagreb. Perković bekennt sich zur Tradition des faschistischen Ustascha-Regimes, das die Katholische Kirche auf seiner Seite wusste. Das Konzert dürfte die größte neofaschistische Versammlung in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gewesen sein.

Seinen Künstlernamen Thompson wählte der Sänger in Anlehnung an den gleichnamigen Typ von US-amerikanischer Maschinenpistole, die er in den neunziger Jahren als Kämpfer im Jugoslawien-Krieg trug.

Vorvergangenen Samstag stimmte er einen seiner populären Songs mit dem Ustascha-Gruß »Za dom spremni« (Für das Vaterland bereit) an, der vom Publikum vieltausendfach beantwortet wurde. Der Gruß ist das kroatische Äquivalent zu »Heil Hitler« und wurde später von der 1991 gegründeten rechtsextremen kroatischen Miliz HOS aufgenommen.

Die Verharmlosung der Ustascha ist bis in die höchsten Staatskreise üblich, die eine entschlossene Politik der Auslöschung der Erinnerung an die Verbrechen dieses Regimes betreiben, das zwischen 1941 und 1945 insgesamt mehr als 300.000 Menschen ermordete.

Bei anderen Gelegenheiten soll der Sänger die kroatischen Vernichtungslager gefeiert haben, in denen Zehntausende Juden, Serben, Roma und Antifaschisten ermordet wurden. Trotz eindeutiger Bezugnahmen gelingt es Perković immer wieder, sich als jemand zu inszenieren, der bloß nationale Werte und Identität verteidigt. Zur Generalprobe des Konzerts kamen Ministerpräsident Andrej Plenković und Parlamentspräsident Gordan Jandroković. Der Innenminister Davor Božinović meinte, er »verstehe nicht, wie man auf die Idee komme, eine halbe Million Menschen als Extremisten oder Radikale darzustellen« – und das trotz der zahlreichen faschistischen Symbole auf der Bühne und im Publikum.

Die Verharmlosung der Ustascha ist bis in die höchsten Staatskreise üblich, die eine entschlossene Politik der Auslöschung der Erinnerung an die Verbrechen dieses Regimes betreiben, das zwischen 1941 und 1945 insgesamt mehr als 300.000 Menschen ermordete. Ein Drittel der jungen kroatischen Bevölkerung glaubt mittlerweile, dass die Ustascha nur »die Interessen der Kroaten« verteidigt habe.