»Der Klimawandel ist spürbar«
Die mitteleuropäischen Städte müssen sich verändern. Warum?
Der Klimawandel hat in ganz Europa spürbar eingesetzt. Im Sommer gibt es starke Hitze und insgesamt weniger Regen, gelegentlich aber punktuell zu viel Regen. Wenn auch nicht häufiger, so treten Stürme doch heftiger auf – sogar Tornados, was für Mitteleuropa vor nicht allzu langer Zeit noch kaum denkbar erschien.
Das ist keine Phantasie mehr, keine Prognose irgendwelcher Forscher, sondern das ist eine Veränderung, die deutlich sichtbar ist, schaut man sich die Daten des Deutschen Wetterdiensts für die vergangenen Jahre an. Zudem gibt es auch in den Städten einen dramatischen Verlust an Biodiversität. Es gibt weniger Bienen, Insekten, Vögel. Da spielt der Klimawandel eine Rolle, aber auch die zunehmende Verdichtung und Versiegelung der Städte. Das ist ein wichtiges Thema, das noch zu oft übersehen wird.
Welche Veränderungen braucht es, um in den Städten mit den Auswirkungen des Klimawandels umzugehen?
Ein wichtiges Mittel, um die Städte an die klimatischen Entwicklungen anzupassen, sind sogenannte blau-grüne Infrastrukturen, ein Konzept, mit dem man versucht, Begrünung und Wasserwirtschaft zusammen zu denken. Gemeint ist damit Platz für dezentrale Wasserkreisläufe und für Bäume, die Schatten spenden. Zudem braucht es Brunnen, kostenlose Trinkwasserspender im öffentlichen Raum, gekennzeichnete, kostenlos zugängliche kühle Orte, verbunden mit Hitzeaktionsplänen. Letzteres ist eine Lehre aus zwei katastrophalen Hitzesommern mit vielen Toten in Frankreich. In Hamburg wurden die Bücherhallen als kühle Orte ausgewiesen, so dass im Sommer Leute dorthin kommen können, um sich abzukühlen.
»In der Straßenplanung geht es bisher ausschließlich um Verkehr, um den Raum für Auto, Fahrrad, Bus, Fußgänger.«
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