Jungle+ Artikel 24.07.2025
Ein israelisches Restaurant in Berlin hat nach Protesten die Eröffnung abgesagt

Kleine Gruppen, große Wirkung

Das israelische Restaurant »Gila & Nancy« in Berlin hat seine feierliche Eröffnung abgesagt, nachdem antiisraelische Gruppen Protest angekündigt hatten – der fand dann trotzdem statt.

»Blut in eurem Essen« und »busha« (Hebräisch für: Schande) riefen etwa 30 Demonstrantinnen Mittwoch vergangener Woche an der Mohrenstraße in Berlin-Mitte. Ihre Kundgebung fand unter dem Titel »Stop Feeding Genocide, Boycott ›Gila and Nancy‹« statt. Das Restaurant »Gila & Nancy« sollte eigentlich am Freitag mit einer Party eröffnen, gab allerdings noch am Mittwoch über Instagram bekannt, dass es die Eröffnung verschieben wird.

Als Begründung für den Protest muss einer der Betreiber des Restaurants herhalten, der israelische Geschäftsmann Shahar Segal, dem in mehreren Ländern Restaurants gehören. Auch schon in Melbourne war eines seiner Restaurants kürzlich von antizionistischen Demonstranten angegriffen worden, die das Restaurant stürmten, Glastüren zerstörten und mit Stühlen um sich warfen.

Segal hat zeitweise als freiwilliger Sprecher der Gaza Humanitarian Foundation (GHF) fungiert. Die Organisation ist eine der wenigen, der Israel noch erlaubt, im Gaza-Streifen Nahrungsmittel zu verteilen. Der GHF wird vorgeworfen, Israel dazu zu dienen, Hilfsgüter als politisches Druckmittel zu verwenden, und die Bevölkerung nicht ausreichend zu versorgen.

Plakate verbreiteten eine Verschwörungstheorie, der zufolge Israel Drogen unters Mehl mischt, um die Bevölkerung in Gaza zu vergiften.

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