Gewagte Sprünge
Erinnern Sie sich noch an Felix Baumgartner? Er sprang einst aus der Stratosphäre auf die Erde. Nun ist er bei einem Gleitschirmunfall in einen Hotel-Pool gestürzt und verstarb. Mutig war er jedenfalls.
Den Absprung wagen – das ist nicht nur ein großes Thema für Fallschirmspringer und Kinder auf dem Dreimeterbrett. Auch manche Rettungshunde lernen, aus einem fliegenden Hubschrauber ins Wasser zu springen. Ansonsten sollten Hunde aber nicht aus Fahrzeugen oder Fluggeräten springen.
Coco hasst das Autofahren
Manche muss man geradezu daran hindern. Coco ist als Junghund gerne im Auto gefahren, jetzt hasst sie es. Würde man das Autofenster ganz öffnen und sie nicht angurten – keine Ahnung, ob sie da nicht auch ins Freie flüchten würde. Na ja, Coco vermutlich nicht, aber es kommt immer wieder vor, dass Hunde aus fahrenden Autos hüpfen, oder vom Fahrradkorb.
Jedenfalls: Für einen nicht entsprechend ausgebildeten Hund wie Coco wäre es nicht nur überaus mutig, aus einem Helikopter zu springen, schon einzusteigen und mit ihm herumzufliegen, wäre eine Herausforderung; allein der Krach! Rettungshunde sollen ja nicht panisch aus dem Gefährt fliehen.
Jeder schafft problemlos den Sprung vom Fünfmeterbrett, wenn hinter ihm der Wald brennt. Es zu schaffen, obwohl es nicht nötig ist, also aus eigener Disziplin, darin besteht die hohe Kunst. Das funktioniert aber nur, wenn niemand zuguckt. Sonst übernehmen die Mitschüler, Eltern oder die Clique die Rolle des brennenden Walds.
Es ist nicht gut, in Panik zu geraten, weder für Tiere noch für Journalisten.
Bei Tuffi hat vor 75 Jahren die ganze Welt zugeguckt. Vermeintlich. Als der junge Elefant 1950 aus der Wuppertaler Schwebebahn sprang, war das ein geradezu historisches Ereignis. Auch wegen eines berühmten Fotos, das Tuffi beim Absprung aus dem Waggon in die Wupper zeigt. Der kleine Elefant war als Werbemaßnahme für einen Zirkus mit der Schwebebahn gefahren; ein Pressetermin, weshalb der Waggon auch mit Pressevertretern und Fotografen voll war. Zu voll.
Tuffi geriet in Panik, sprang – und überlebte fast unverletzt den Zehnmetersturz. Aber auch die Presseleute gerieten in Panik, so sehr, dass niemand den entscheidenden Moment fotografierte. Jenes Bild, das weltberühmt wurde, war eine Fotocollage – viele Jahrzehnte vor der KI. Trotzdem zeigt dieses Foto – annähernd – die Wirklichkeit. Denn der Elefant sprang ja wirklich und sah dabei vermutlich so ähnlich aus. Die eigentliche Manipulation bei diesem Bild besteht in dem, was man nicht sieht. Die erschreckten Journalisten, die wiederum den Elefanten erschrecken und es dann nicht schaffen, den Auslöser ihrer Kamera zu drücken.
Was lernen wir nun daraus? Es ist nicht gut, in Panik zu geraten, weder für Tiere noch für Journalisten. Und: Don’t jump and drive!