CSD instrumentalisieren
Erneut konnten etliche Paraden zum Christopher Street Day (CSD) nur unter Schutz stattfinden. Wie bereits im vergangenen Jahr riefen Rechtsextreme bundesweit, insbesondere aber in der ostdeutschen Provinz, zum Protest gegen CSDs auf. Deshalb hatten sich schon im vergangenen Jahr einige Gruppen gegründet, um zusätzlich zum Polizeischutz vor allem kleinere CSDs und ihre Organisatoren zu unterstützen.
Eine, die sich das zumindest auf die Fahnen geschrieben hat, ist »CSD verteidigen«, eine Gruppe, die erst seit diesem März öffentlich in Erscheinung tritt. Eigener Aussage zufolge organisiert sie gemeinsame Anreisen, eine antifaschistische Beteiligung und gegenseitigen Schutz. »In möglichst vielen Städten« sollen dafür »offene Treffen« zur gemeinsamen Vernetzung stattfinden, heißt es auf ihrer Website. Alle Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen, die CSDs verteidigen wollen, seien dazu eingeladen, bei »CSD verteidigen« mitzuwirken. Es sei in Ordnung, »zu Themen unterschiedliche Ansichten« zu haben, solange beim grundsätzlichen Gruppenziel Einigkeit bestehe.
Auf Instagram folgen der Gruppe mittlerweile über 4.000 Personen. Ihre Motivation wirkt auf Außenstehende erst mal unverfänglich; die Gruppe scheint einen idealen Einstieg für bislang vielleicht unpolitische Menschen zu bieten. Immerhin ist die Bedrohung durch Neonazis real.
Der Verein CSD Sachen-Anhalt beklagte Übergriffigkeit und Eigenmächtigkeit von Gruppen, die zu »CSD verteidigen« gehören.
Noch kein Abonnement?
Um diesen Inhalt zu lesen, wird ein Online-Abo benötigt::