Syriens Ökonomie wird umgemodelt
Investitionen im Umfang von 14 Milliarden US-Dollar. Der US-Nahostgesandte Thomas Barrack, der syrische Präsident Ahmed al-Sharaa und der syrische Außenminister Asaad Hassan al-Shaibani (in der Mitte, v.l.) bei der Unterzeichnungszeremonie im Präsidentenpalast
Es ist ein derzeit häufiger zu sehendes Ritual: Am 6. August wurde in der syrischen Hauptstadt Damaskus im Beisein des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Sharaa und des US-amerikanischen Nahost-Gesandten Thomas Barrack eine Zeremonie im Präsidentenpalast abgehalten – die ostentative Unterzeichnung von insgesamt zwölf Vereinbarungen mit ausländischen Investoren über Bau- und Wirtschaftsprojekte im Land. Insgesamt geht es um Investitionen im Umfang von 14 Milliarden US-Dollar, unter anderem für infrastrukturelle Großprojekte wie einen Ausbau des Damaszener Flughafens (vier Milliarden Dollar), den Bau einer ersten U-Bahnlinie sowie den Bau eines futuristischen Wohnkomplexes (jeweils zwei Milliarden).
Die Investoren sind vor allem golf-arabische Konsortien. Besonders prominent vertreten ist die UCC Holding der Brüder Khayyat, die eng mit der Herrscherfamilie Katars verbunden sind. Diese Firma investiert häufig in Staaten, in denen der katarische Staat politischen Einfluss geltend machen will, darunter Westlibyen, Irak und Kasachstan.
Das Komitee, das Abkommen mit ehemals Assad-nahen Geschäftsleuten abschließt, leitet der ältere Bruder des Präsidenten, Hazem al-Sharaa, der kein offizielles Amt innehat.
Die Brüder Khayyat tauchen zudem im Zusammenhang von katarischer Terrorfinanzierung auf, die sich auf die Muslimbruderschaft und die Hamas sowie al-Qaida und den »Islamischen Staat« erstreckt, aber auch den Iran. So sind die Brüder Gegenstand einer Reihe in London eingereichter Zivilklagen syrischer Geflüchteter, die den Brüdern vorwerfen, im Auftrag Katars die Miliz des heutigen Übergangspräsidenten Ahmed al-Sharaa finanziert zu haben, als diese noch dem Terrornetzwerk al-Qaida angehörte und auf der UN-Terrorliste stand.
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