Jungle+ Artikel 28.08.2025
In Genf scheiterten Verhandlungen über ein globales Abkommen gegen Plastikmüll

Meere aus Plastik

Die Verhandlungen über ein internationales Abkommen zur Verringerung von Plastikmüll sind gescheitert. Für die globalen Bemühungen um Umweltschutz ist das ein schlechtes Zeichen.

Neben Flugzeugen, Verbrennermotoren und einigen anderen technischen Wunderwerken stehen seit vielen Jahrzehnten Plastikprodukte für wirtschaftlichen Fortschritt. Colaflaschen aus Kunststoff gehören weltweit ebenso zum Alltag wie entsprechende Einkaufstüten und Gartenstühle.

Das aus Erdöl, teils auch aus Kohle und Erdgas hergestellte Plastik, das mit Hilfe chemischer Verfahren synthetisch erzeugt wird, erlaubt es, leichtere Autos und Elektrogeräte zu bauen, ­robustere und günstigere Kleidung herzustellen und Nahrungsmittel dicht zu verpacken. Plastik ist ein billiger Werkstoff, der leicht zu transportieren ist. Handys, Reifen, Fischernetze, Möbel – unzählige Waren und Konsumgüter wären ohne Plastik teurer, schlechter oder gar nicht denkbar. Entsprechend hat sich die Produktion von Kunststoffen weltweit zwischen den Jahren 2000 und 2019 auf 400 Millionen Tonnen pro Jahr verdoppelt. Dafür wird auch viel Energie benötigt.

Deutschland produziert jährlich rund 227 Kilogramm Verpackungs­müll pro Kopf, in der EU liegt es damit an dritter Stelle.

Zwölf Prozent des globalen Erdölverbrauchs und acht Prozent des Erdgasverbrauchs gehen auf die Plastikproduktion zurück. Ein weiteres Problem ist, dass Plastik nicht abgebaut wird, wenn es entsorgt wird, sondern mit der Zeit zu Mikroplastik und Nanoplastik zerfällt. Man findet die kleinen Partikel längst überall in der Umwelt und in tierischen und menschlichen Körpern, in der Tiefsee und der Antarktis ebenso wie in Lungen und Gehirnen. Plastik ist in der Nahrung und in der Luft.

Noch kein Abonnement?

Um diesen Inhalt zu lesen, wird ein Online-Abo benötigt::