Homestory #37-38/2025
Wer sich auf eine Reise nach England vorbereitet, wird vor allem von einer Frage umgetrieben: Ist der schlechte Ruf der englischen Küche berechtigt oder handelt es sich um ein Vorurteil kontinentaler Ignoranten? Und wir, die wir uns in Birmingham einquartieren werden, wollen vor allem wissen, was wir an unserem Zielort zu erwarten haben.
Als typisches Essen für Birmingham gilt, so ergibt es eine oberflächliche Internet-Recherche, der Sunday roast. Also der Sonntagsbraten. Was der allerdings so besonders mit Birmingham zu tun haben soll soll, ist nicht ohne Weiteres zu beantworten. Der Braten mit geschmortem Gemüse könnte ebenso gut in jeder anderen englischen Stadt auf den Tisch kommen. Das wirkt, als sei die Küche in Birmingham absolut durchschnittlich. Allerdings gibt es, dank verschiedener Migrationsbewegungen, sehr gute pakistanische, indische und karibische Küche. Besonders lobend wird in Reiseführern das Street Food erwähnt.
Dank verschiedener Migrationsbewegungen gibt es in Birmingham sehr gute pakistanische, indische und karibische Küche.
Außerdem gibt es eine Geschichte, die ein bisschen klingt wie die von Berlin und dem Döner. Das Äquivalent aus Birmingham heißt Balti und ist ein pakistanisches Curry, dessen Name wohl auf den Stahl-Wok zurückgeht, in dem es 1977 erstmals in Birmingham gekocht wurde – so besagt es die Legende.
Von dem pakistanischen oder nordindischen Balti Gosh, das ein lange ziehender Eintopf ist, unterscheidet sich das Balti aus Birmingham darin, dass man Gemüse und Fleisch statt mit Ghee mit Pflanzenöl scharf anbrät und nicht lange in der Soße köcheln lässt.
Was es damit auf sich hat und wie gut das Street Food in Birmingham wirklich ist, probiert die Redaktion ihrer Lieblingszeitung für Sie ab nächster Woche sicherlich aus. Es freuen sich aber auch schon alle auf das klassische English Breakfast.
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Achtung: Die nächste »Jungle World« erscheint am 25. September 2025.