Jungle+ Artikel 11.09.2025
Zwist in der Internationale der Autokraten – der Iran pflegt einseitige ­Beziehungen zu China und Russland

Khameneis einseitige Liebesbeziehungen

Die Islamische Republik Iran unterhält sowohl mit China als auch mit Russland sogenannte strategische Partnerschaften. Die iranische Propaganda stellt sie als Zeichen enger Beziehungen dar, in der Praxis erweisen sie sich jedoch vielfach als Bluff.

Die Islamische Republik Iran verwendet viel Mühe darauf, sich neben Russland und China als einen wichtigen und gleichberechtigten Partner innerhalb der antiwestlichen Allianz darzustellen, die eine sogenannte multipolare Weltordnung durchsetzen will. Ende August bekundete der Oberste Führer Ali Khamenei während des Gipfeltreffens der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) im nordchinesischen Tianjin auf X: »Der Iran und China sind zwei alte Zivilisationen im Osten und Westen Asiens, die die Macht haben, Veränderungen in der Region und in der Welt herbeizuführen. Die vollständige Umsetzung des strategischen Kooperationsabkommens zwischen den beiden Ländern wird eine solide Grundlage für diesen Prozess legen.«

Gemeint war damit das 2021 unterzeichnete, auf 25 Jahre angelegte ökonomische und militärische Kooperationsabkommen zwischen China und dem Iran – Resultat der 2005 durch den damaligen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad ausgerufenen außenpolitischen »Look to the East«-Strategie des Regimes.

Zur Modernisierung seiner Luftwaffe will der Iran seit langem russische Mehrzweckkampfjets vom Typ SU-35 erwerben.

Die Ayatollahs priesen das Abkommen als Wendepunkt an, der es ermöglichen werde, die Wirkung der westlichen Sanktionen zu brechen und die Wirtschaftskrise zu beenden. Doch Details zu den Vereinbarungen wurden nie veröffentlicht und mittlerweile scheint klar zu sein, dass sich die großen Versprechungen von chinesischen Investitionen in Milliardenhöhe und umfangreicher militärischer Kooperation nicht erfüllt haben. Das wirft die Frage auf, ob es sich bei dem Abkommen nicht vielmehr um politische Illusion als um eine tatsächliche strategische Partnerschaft handelt.

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