Rechte Racheschwüre
Obwohl bis heute weder des mutmaßlichen Täters Tyler James Robinson etwaige Verbindungen zu politischen oder anderen Gruppen noch sein genaues Motiv oder seine Grundüberzeugungen gänzlich bekannt sind, zeichnete sich bereits kurz nach den tödlichen Schüssen auf Charlie Kirk eines ab: dass die US-amerikanische Rechte und Präsident Donald Trump die Tat als Gelegenheit zur Abrechnung mit ihren Gegnern nutzen.
Schon zwei Tage nach Kirks Tod kündigten Trump und sein Vizepräsident J. D. Vance der New York Times vom 12. September zufolge an, liberale Organisationen wie die Open Society Foundations von George Soros und die Ford Foundation von den bislang für alle gemeinnützige Organisationen geltenden Steuerbefreiungen auszunehmen. Begründet wurde das Vorhaben mit dem Vorwurf, diese Stiftungen hätten durch linke Rhetorik Gewalt gefördert und angeheizt – und damit indirekt die Tötung Kirks ermöglicht.
Am 22. September unterzeichnete Präsident Trump einen Erlass, der die lose organisierte Antifa-Bewegung als »einheimische Terrorgruppe« klassifiziert, die »politische Gewalt« ausübe.
Am 20. September forderte Trump seine Justizministerin Pam Bondi einem Artikel der Washington Post zufolge öffentlich auf, Verfahren gegen politische Gegner wie den demokratischen Abgeordneten Adam Schiff oder den ehemaligen FBI-Direktor James Comey einzuleiten. Vorangegangen waren Äußerungen von Trump-Unterstützern wie dem republikanischen Repräsentantenhausmitglied Clay Higgins, der forderte, Personen, die den Mord an Kirk verharmlosten, per Gesetz lebenslang von sozialen Medien auszuschließen, wie Politico am 19. September berichtete.
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