Jungle+ Artikel 25.09.2025
Die blutige Heiratspolitik des Königs Henry VIII. bereitete den Weg zum Empire

Love Will Tear Us Apart

Vor 500 Jahren teilte Henry VIII. seiner Ehefrau Catherine mit, dass er die Scheidung wolle. Er hatte zu viel Gefallen an der jungen Hofdame Anne Boleyn gefunden. Ohne die Komplikationen, die sich daraus ergaben, hätte es wohl nie ein British Empire gegeben.

Sechs Schwangerschaften, aber nur eine Tochter, Mary, hatte überlebt – das war aus der Sicht König Henry VIII. keine zufriedenstellende Bilanz nach 16 Jahren Ehe. Man gab bei mangelnder Fruchtbarkeit ohnehin der Frau die Schuld, da Henry zudem seit 1519 einen illegitimen Sohn vorweisen konnte, war für ihn der Fall klar: Er musste sich von Catherine von Aragon trennen, die offenkundig unfähig war, ihm einen Thronfolger zu gebären. Das teilte er ihr 1525 mit.

Eine Alternative zumindest für das Bett war auch schon in Sicht. Seit 1522 weilte Anne Boleyn am Hof, eine junge Edeldame, die sich elegant zu kleiden wusste und, vielleicht nicht zufällig, gern Grün trug – eine Farbe, die Fruchtbarkeit symbolisiert. Doch es gab Komplikationen. Catherine verweigerte die Scheidung und Anne Boleyn den Sex. Die ehrgeizige Adelige wollte Königin werden, nicht aber Mätresse.

Scheidung durchsetzen

Zunächst musste Henry also die Scheidung durchsetzen – kein leichtes Unterfangen bei einer Gattin aus dem Haus Habsburg, der damals mit Abstand mächtigsten Monarchie Europas. Catherines Neffe, Kaiser Karl V., gebot nicht nur über umfangreiche zentraleuropäische Besitzungen, Spanien und dessen Kolonien, sondern dank seiner starken Militärpräsenz in Italien auch über den Papst. Catherine hatte zunächst Henrys älteren Bruder Arthur geheiratet, der kurz darauf starb, angeblich ohne dass die Ehe vollzogen worden war. Darauf beruhte die Legalität der Ehe mit Henry, denn »wenn jemand seines Bruders Weib nimmt, das ist eine schändliche Tat; sie sollen ohne Kinder sein« (Leviticus 20:21).

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