»Frauen sind in eine zweitrangige Rolle gedrängt worden«
Frau, Leben, Freiheit – Jin, Jiyan, Azadî: Hinter dem Slogan der Proteste im Iran, die 2022 nach dem staatlichen Femizid an der Kurdin Jina Mahsa Amini ausbrachen, stehen Jahrzehnte pluraler, transnationaler und vielschichtiger politischer Prozesse und eine kurdische Frauenbewegung, die selbst voller Bewegung war und ist. Bis heute muss immer wieder betont werden, dass der Ursprung des Slogans im Widerstand der Kurden zu finden ist.
Dabei wird meist nicht über die praktische und theoretische Entwicklung der verschiedenen kurdischen Frauenorganisationen gesprochen, seltener noch werden sie in ihrer ganzen Komplexität so dargestellt, dass es für Außenstehende wirklich nachvollziehbar wäre. Viele wissen nicht mal, dass gegen die Mullahs lange Zeit militärisch gekämpft wurde – und zwar eben auch von Frauen.
Diese Lücke schließt nun das Buch »Women of Komala. Gender and Revolution in Iranian Kurdistan« der Soziologin Fatemeh Karimi – und setzt dabei neue Maßstäbe für die Forschung zur kurdischen Frauenbewegung, denn es ist die erste umfassende historische und geschlechteranalytische Studie über die Erfahrungen kurdischer Kämpferinnen der linken Organisation Komala in den Jahren 1979 bis 1991.
Die Lage von Frauen unter dem Schah-Regime hing stark von sozialer Klasse, Ethnie und Region ab. Was allerdings für alle galt, war, dass der weibliche Körper zum Austragungsort politischer Machtspiele wurde.
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