Homestory #43/2025
Es gibt viele Probleme auf der Welt, scheinbar auch – oder ganz besonders – in deutschen Städten. Zum Glück haben die Deutschen mit Friedrich Merz einen mutigen Bundeskanzler, der unbequeme Wahrheiten ausspricht. Selbst dann, wenn er sicher sein kann, dafür von deutschen Journalisten scharf kritisiert zu werden.
Das Problem der deutschen Städte sei ihr äußeres Erscheinungsbild (besonders in der Dunkelheit glasklar zu erkennen). Wie es so weit kommen konnte? In der Vergangenheit wurden einfach zu wenige Ausländer abgeschoben, die seien nun ein Problem für das Stadtbild, so der Bundeskanzler Anfang vergangener Woche. Einige »heftige Kontroversen« (Spiegel) habe Merz damit ausgelöst. Manch ein kritischer Geist gab zu bedenken, diese Aussage richte sich womöglich pauschal gegen Menschen mit Migrationshintergrund.
Könne es nicht sogar sein, dass Merz lediglich vorhatte, AfD-Wählern mit seiner Aussage die Hand zu reichen (Philipp May, Deutschlandfunk) – nach dem Motto, mit ihrem Rassismus sind sie auch bei der CDU willkommen?
Hat Merz sich da etwa mal wieder im Tonfall vergriffen? »Der Stil des Kanzlers steht in der Kritik« (»Tagesschau«). Dagegen, dass der Kanzler »Störgefühle zu adressieren« versuche (Markus Feldenkirchen, Spiegel), sei jedoch prinzipiell nichts einzuwenden. Könne es nicht sogar sein, dass er lediglich vorhatte, AfD-Wählern mit dieser Aussage die Hand zu reichen (Philipp May, Deutschlandfunk) – nach dem Motto, mit ihrem Rassismus sind sie auch bei der CDU willkommen? Innenminister Alexander Dobrindt hingegen hält die Kritik – die auch deutlich aus den eigenen Reihen kam – für »Wortklauberei«.
Und da auch in der Jungle World niemand feige ist, hier die unbequeme Wahrheit: »Zum Stadtbild gibt es wirklich nicht viel Positives zu sagen«, meint ein Redakteur, und erläutert: »Viel zu wenige Punker«, außerdem »nerven die ganzen Baustellen«. Eine Kollegin weiß hingegen auch Positives hervorzuheben, zum Beispiel die »vielen tollen Aufsteller«.
Eine Redakteurin freut sich auch schon auf den »Kotti-Duft«, den die BVG seit einiger Zeit bewirbt. An Berlins berüchtigtem U-Bahnhof am Kottbusser Tor soll es bald nach Lavendel und Zitrus riechen – denn die Nase sieht mit, oder so ähnlich.