Gott lenkt
Die Landesverfassung von Schleswig-Holstein soll um einen Gottesbezug ergänzt werden; zumindest wenn es nach einem interreligiösen Bündnis aus christlichen Kirchen sowie muslimischen und jüdischen Verbänden geht. Im Oktober wurde der Vorschlag in erster Lesung im Landtag beraten. Unterstützung erhalten die religiösen Organisationen dabei von der Landes-CDU. »Ein Bezug zu Gott in der Verfassung ist eine Selbstvergewisserung und eine wertvolle Demutsformel, denn es liegt nicht alles allein in unserer Hand«, begründet die Sprecherin für religiöse Themen der christdemokratischen Fraktion im schleswig-holsteinischen Landtag, Anette Röttger, das Ansinnen. Seit 2021 ist sie zudem Landesvorsitzende und Beisitzerin im Bundesvorstand des Evangelischen Arbeitskreises (EAK) ihrer Partei. Gerade in »krisenbehafteten Zeiten«, so Röttger, sei eine Verortung des Mottos »Der Mensch denkt, Gott lenkt« besonders wichtig.
Die Debatte ist nicht neu
Bereits vor neun Jahren wurde ein solcher Antrag im Landtag diskutiert. Damals fehlte zur benötigten Zweidrittelmehrheit eine Stimme: Anstatt der notwendigen 46 stimmten nur 45 der 68 anwesenden Abgeordneten für den damals eingereichten Entwurf im Parlament; 23 votierten dagegen. Ein Jahr zuvor hatte die Initiative »Für Gott in Schleswig-Holstein« über 40.000 Unterschriften gesammelt und so den Landtag verpflichtet, sich des Themas anzunehmen. Damals unterstützten Abgeordnete aus CDU, SPD, Grünen, Piratenpartei, FDP und dem Südschleswigschen Wählerverband (SSW) die Initiative.
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