20.11.2025
Chronik rassistischer und antisemitischer Vorfälle

Deutsches Haus #47/2025

Am 9. November wurde ein Rabbinatsstudent laut der Jüdischen Allgemeinen am Berliner Hauptbahnhof beschimpft. Zunächst wurde er demnach in einem Geschäft im Hauptbahnhof von einem Mann aggressiv angestarrt und nach einer Weile gefragt, ob er aus Israel komme, was der Rabbinatsstudent verneinte. »Besser so«, habe der Mann daraufhin geantwortet. Dabei sei es jedoch nicht geblieben. Beim Verlassen des Geschäfts habe der Mann dem Rabbinatsstudenten noch »Free Palestine, du Hurensohn« hinterhergerufen. Der Betroffene sei gerade auf dem Weg nach Leipzig gewesen, um Gebete zum Gedenken an die Novemberpogrome zu sprechen, teilte er der Zeitung mit. Am gleichen Tag sei eine 63jährige in Hamburg-Eidelstedt beim Putzen von Stolpersteinen angegriffen worden, berichtete der Spiegel. Die Frau habe gerade eine Kerze aufgestellt, als ein 71jähriger an sie herantrat, die Kerze auspustete, wegwarf und sich antisemitisch äußerte. Daraufhin sei es zwischen den beiden zum Streit gekommen, wobei der Mann die Frau dann geschlagen und gewürgt habe. Am 10. November kam es nach Informationen der Polizei in Berlin-Rummelsburg zu einer rassistischen Beleidigung und Körperverletzung. Ein Unbekannter beleidigte demnach eine Zehnjährige an einem Spielplatz an der Sophienstraße Ecke Wönnichstraße rassistisch; als die Mutter des Kindes den Mann daraufhin aufforderte, das zu unterlassen, schlug er ihr mit der Faust ins Gesicht. Am gleichen Tag sei ein 31jähriger in der Wormser Innenstadt von zwei Männern schwulenfeindlich beleidigt und angegriffen worden, so das Nachrichtenportal Mittelhessen. Die beiden Männer hätten den Betroffenen zu Boden gestoßen, seinen Kopf gegen den Asphalt gedrückt und erst abgelassen, als Passanten eingeschritten seien. Am 11. November habe ein Unbekannter am Nachmittag drei Frauen im Eingangsbereich einer Bankfiliale in der Skalitzer Straße in Berlin-Kreuzberg rassistisch beleidigt, so die Polizei. Einer Frau habe er außerdem versucht, das Kopftuch herunterzuziehen. Am 13. November sind mehrere Personen auf das Brandenburger Tor in Berlin geklettert und haben ein israelfeindliches Transparent mit der Aufschrift »Nie wieder Völkermord – Freiheit für Palästina« entfaltet.  pb