27.11.2025
Der Roman »2033« von Bijan Moinis warnt vor der AfD, das Album »Lux« von Rosalia verzaubert

Sie kann sogar Latein!

Popkolumne. Ein Roman von Bijan Moini, eine Pop-Sensation namens Rosalia.

Wie es wäre, wenn eine rechtsextreme Partei in Deutschland an die Macht käme, wird in dem Roman »2033« von Bijan Moini geschildert. Damit es in Wirklichkeit doch nicht so weit kommt, untersucht der promovierte Jurist Moini ehrenamtlich in der ­Gesellschaft für Freiheitsrechte, ob ein AfD-Parteiverbot möglich ist.

In seinem Buch wurde die Chance allerdings verpasst. Der Plot beginnt damit, dass die faschistoide Partei »Aufstand« die Wahlen in Deutschland gewonnen hat und die Bundeskanzlerin stellt. Deren nächstes Ziel ist es, die Oppositionspartei »Die Reform« zu verbieten, denn angeblich hat deren Generalsekretärin einen Anschlag auf die Geschäftsstelle des »Aufstands« verübt.

Der Demokratie den Arsch retten

Auf den Plan treten die junge Anwältin Marie und ihre Chefin Ava, die die »Reform«-Politikerin verteidigen. Das Ganze gipfelt in einem überaus nassen Trip von Berlin nach Karlsruhe, denn auch der Klimawandel hat jeder Bagatellisierung Hohn gesprochen. Es bleibt spannend bis zur letzten Seite: Wird es Marie im Alleingang gelingen, »der Demokratie den Arsch zu retten«?

Es gibt noch Licht am Ende des Tunnels: »Lux«. Phänomenal ist ja schon mal, wie der spanische Popstar Rosalia mit dem gleichnamigen Album gerade hochgejazzt wird! Und wie hoch ihr mutiger Mix aus Flamenco, R & B und Klassik gehandelt wird. Wolfgang Weimer und sein Insta-Team erkennen in »Lux« gar eine Welt, in der »Hochkultur und Popkultur sich küssen«.

Der Umstand, dass es sich bei Rosalia um eine europäische Künstlerin handelt, erfreut die Expert:innen in den Gazetten. In 13 Sprachen wird auf dem Album gesungen.

Vor allem der Umstand, dass es sich bei Rosalia um eine europäische Künstlerin handelt, die gerade auf dem besten Wege ist, eine neue »Popgöttin« (Zeit) zu werden, erfreut die Expert:innen in den Gazetten. In 13 Sprachen wird auf dem Album gesungen. Auch in Latein. Rosalia schlägt sich schließlich auch mit dem Katholizismus herum, singt über Sünde und Vergebung.

Aber anders als die Maga-Bewegung, die inzwischen auch die Power des Katholizismus als transzendentales Tool der Unterdrückung wiederentdeckt hat, landet Rosalia am Ende bei Lust und Befreiung. Da fallen einem natürlich sofort Nunsploitation-Filme wie »Im Kloster der heißen Nonnen« oder »Unmoralische Novizinnen« ein.

Im Ernst: Das eigentlich Sensationelle dieses globalen Hypes ist, dass sich im Jahr 2025 wieder so intensiv am Katholizismus und der Überwindung der Grenzen von E- und U-Musik gearbeitet wird. Wie die Musikerin dies macht, lässt »Lux« ohne Zweifel zu einem Album des Jahres werden.