Mehr Geld für US-Basketballspielerinnen
Es gehört zu den Eigenheiten des US-Profisports, dass Sportlerinnen und Sportler einerseits wie Waren per trade hin- und hergeschoben werden, andererseits jedoch gewerkschaftlich so fest organisiert sind, wie es in den USA sonst nur noch in der Filmbranche üblich ist. In den großen Ligen sind alle Aktiven automatisch Mitglied der jeweiligen Players Association, also faktisch einer Gewerkschaft, die Tarifverhandlungen führt. Wer nicht Mitglied ist, bekommt dennoch die Beiträge abgezogen, die meist direkt von den Unternehmen, den Teams, abgeführt werden.
In der Praxis bedeutet das, dass die Spielerinnen und Spieler selbst an den Verhandlungen mit den Ligen teilnehmen, also den Zusammenschlüssen sämtlicher Teameigentümer. Das Ergebnis dieser Verhandlungen über Gehalt und Arbeitsregularien heißt collective bargaining agreement (CBA). Genau ein solches Abkommen steht derzeit in der Women’s National Basketball Association (WNBA) zur Neuverhandlung an.
Eigentlich sollte das 2020 ausgehandelte CBA bis 2027 gelten. Doch im Oktober 2024 entschied die Women’s National Basketball Players Association (WNBPA), die Gewerkschaft der Spielerinnen, es zu bereits zu Ende Oktober 2025 aufzukündigen. Die Gründe lagen auf der Hand: Der Frauenbasketball boomt und die Ankunft von Caitlin Clark 2024 im Profiteam von Indiana Fever hat eine regelrechte Euphorie ausgelöst; Clark war schon im College-Basketball ein Superstar.
»Bezahlt uns, was ihr uns schuldet.« Aufdruck auf den T-Shirts der Spielerinnen vor dem All-Star-Game im Juli in Indianapolis
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