Jungle+ Artikel 04.12.2025
Ephraim Kishon wiedergelesen

»Wie Israel sich die Sympathien der Welt verscherzte«

Der israelische Schriftsteller Ephraim Kishon war ein ebenso entschiedener wie hellsichtiger Kritiker der Nahost-Politik der Vereinten Nationen. In seiner berühmten Uno-Satire von 1956, »Wie Israel sich die Sympathien der Welt verscherzte«, greift er die Erfahrung auf, dass die militärische Selbstverteidigung des Judenstaats nur zum Preis seiner weltweiten Ächtung zu haben war.

Angriff auf Israel, aus allen Richtungen und an allen Fronten: Das war die literarische Szenerie für eine Satire von Ephraim Kishon aus dem Herbst 1956, als Israel im Zuge der Suez-Krise zum ersten Mal als Militärmacht im Kalten Krieg wahrgenommen wurde. Zur Erinnerung: Um gegen die von dem ägyptischen Präsidenten Gamal Abd al-Nasser im Sommer 1956 vollzogene Nationalisierung des Suez-Kanals vorzugehen, hatten Großbritannien, Frankreich und Israel ein gemeinsames Vorgehen besprochen. Der Plan Nassers hätte Israel nicht nur von der wichtigen Handelsroute abgeschnitten, es ging dem jungen Staat auch um die Wiederherstellung der Sicherheit an seiner Grenze zu dem von Ägypten kontrollierten Gaza-Streifen, von dem aus die Fedajin – von Ägypten ausgebildete und bewaffnete palästinensische Kämpfer – immer wieder terroristische Angriffe auf die grenznahen Ortschaften verübt hatten.

Dem Erstangriff Israels auf Ägypten, bei dem innerhalb von zwei Tagen die ägyptische Luftwaffe zerstört wurde, folgten die abgesprochenen britischen und französischen Angriffe. Doch unter den Drohungen der Ägypten unterstützenden Sowjetunion und dem Druck der USA, die damit ihre Rolle als neue Großmächte im Kalten Krieg stärkten, zogen sich Frankreich und Großbritannien zurück. Militärisch überlegen, zog Israel dennoch eine Lehre aus Suez: nicht auf die Hilfe anderer hoffen, sondern sich selbst verteidigen können.

Gewinn und Verlust der internationalen Unterstützung prägt die israelische Politik bis heute.

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