Schuften bis zum Umfallen
Er wurde 59 Jahre alt. Am 17. November starb ein Amazon-Beschäftigter während der Frühschicht im Logistikzentrum in Erfurt-Stotternheim. Er wurde tot auf der Toilette aufgefunden. Die Gewerkschaft Verdi spricht von einem Herzinfarkt.
Matthias Adorf, Gewerkschaftssekretär bei Verdi in Thüringen und zuständig für den Fachbereich Handel, berichtet der Jungle World, dass der Betroffene als Picker angestellt war. So heißen bei Amazon jene, die die Waren aus den Regalen zusammensammeln und für den Versand vorbereiten. Sein Tod wird derzeit von der Staatsanwaltschaft untersucht.
Am 17. November starb ein 59jähriger Amazon-Beschäftigter während der Frühschicht im Logistikzentrum in Erfurt-Stotternheim. Er wurde tot auf der Toilette aufgefunden.
Adorf fragt sich, ob der Tod des Arbeiters vermeidbar gewesen wäre. »Er hat zuvor versucht, sich bei seinem Vorgesetzten krankzumelden. Dann blieb er aber auf der Arbeit.« Das wirft die Frage auf, ob Druck auf ihn ausgeübt wurde, weiterzuarbeiten.
Amazon beteuert auf Anfrage, Beschäftigte hätten jederzeit die Möglichkeit, nach Hause zu gehen. In diesem Fall sei gemeinsam vereinbart worden, dass der Arbeiter nach seiner Pause selbst entscheide, ob er das tut. Adorf erzählt dagegen von Fällen, in denen Amazon-Beschäftigte gedrängt wurden, weiterzuarbeiten, als sie sich krankmelden wollten.
Noch kein Abonnement?
Um diesen Inhalt zu lesen, wird ein Online-Abo benötigt::