Auf der Suche nach einem Plan
Die Zahl rechtsextremistisch motivierter Straftaten von Menschen bis 24 Jahren steigt. Im vergangenen Jahr registrierte die Bundesregierung über 7.100 junge Tatverdächtige. Damit hat sich deren Anzahl im Vergleich zum Jahr 2020, in dem etwa 3.200 Tatverdächtige dieses Alters erfasst wurden, mehr als verdoppelt. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Grünen hervor. Die meisten dieser Tatverdächtigen waren demnach männlich; eine besondere Häufung gab es im Alter von 14 bis 17 Jahren mit knapp 3.400 männlichen Tatverdächtigen.
Antifaschistische Gruppen beobachten das Phänomen mit großer Sorge. »Die Gefahr von Rechtsextremismus als Jugendkultur ist nicht zu unterschätzen«, teilte die Gruppe Redical (M) aus Göttingen der Jungle World mit. Die autonomen Antifaschisten überrascht die derzeitige Entwicklung keineswegs: Da sich die Krisen der kapitalistischen Gesellschaft immer weiter zuspitzen, würden menschenfeindliche Positionen in der Öffentlichkeit immer üblicher; ganz besonders an Orten, an denen die Rechtsextremisten und Rassisten keinen Widerspruch erfahren.
In der südniedersächsischen Universitätsstadt Göttingen sei es »zum Glück noch recht gemütlich«. Aber selbst hier habe eine Gruppe im vergangenen Jahr das örtliche Autonome Zentrum als Ort auserkoren, »um mit rechten Stickern herumzunerven und Leute mit Böllern zu bewerfen«.
»Die Gefahr von Rechtsextremismus als Jugendkultur ist nicht zu unterschätzen.« Gruppe Redical (M), Göttingen
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