11.12.2025
Die KI weiß auch nicht genau, was 2026 bringt

Das Jahr der Rüschen

Eine KI prophezeit der Kolumnistin fürs neue Jahr ein »Gefühl von Erneuerung und Wiederaufbau«, was nichts Gutes verheißt, schließlich müssen wiederaufgebaute Dinge erst einmal kaputtgehen.

Fragt man Künstliche Intelligenzen, was im Jahr 2026 passieren wird, bekommt man jede Menge vage Antworten, für die man höchstwahrscheinlich auf der Stelle aus der Berufsgenossenschaft der Wahrsagerinnen geworfen würde. Keine Pro­gnosen über royale Ehen, Promi-Lebenserwartungen, Auswirkungen des geplanten Aufkaufs von Warner Bros. durch Netflix und schon gar keine Vorhersagen über kommende Fußballmeister.

Aber gut, dass man’s mal ausprobiert hat, kann man die unweigerlich in den Tagen vor Silvester einsetzende Artikelflut zum Thema »Was die KI von 2026 erwartet« getrost ignorieren – zumal Chat GPT und Co. ihre Kundschaft ohnehin nur spiegeln, also mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwas sagen werden, was diese hören will.

»Durchsichtige Sonnenbrillen« werden der dernier cri, was sich durchaus anbietet, denn Brillen, durch die man nix sehen kann, sind nicht sehr praktisch.

Aber es muss ja noch eine weitere Frage dringend geklärt werden, schließlich dauert es nur noch ungefähr 20 Wochen bis zum Frühlingsbeginn, und wie die entsprechende Mode in den dann folgenden Monaten aussieht, ist von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit.

Die Antwort der Google-KI umfasst neben Besorgnis erregenden Details wie Häkeloptik, »vom Reitsport und dem Meer« inspirierten Silhouetten und sehr viel Gerüschtem auch eine Prognose über die zu erwartende Stimmung: »Ein Gefühl von Erneuerung und Wiederaufbau« werde vorherrschen, was nichts Gutes verheißt, schließlich müssen wiederaufgebaute Dinge erst einmal kaputtgehen, aber andererseits ist die KI nun auch nicht auf das Modeexpertentum trainiert und plappert vermutlich bloß irgendwas vor sich hin.

Wiederaufbau für 1,99

Wie KI-Kollege Le Chat Mistral, der ungerührt prognostiziert, dass im Prinzip alle Farben irgendwie in sein werden, von Beige bis Neonrosa. Und wohl auch alle Schnitte, denn baggy, oversized und XXL bleiben zwar im Trend, aber »mit Fokus auf die Passform«. Ach ja, und »durchsichtige Sonnenbrillen« werden der dernier cri, was sich durchaus anbietet, denn Brillen, durch die man nix sehen kann, sind nicht sehr praktisch.

Außerdem bald angesagt: KI & Digital Fashion, also digitale Prints. Die gibt es allerdings auch schon längst, bei Temu und so. Wiederaufbau für 1,99, schnell, nur noch drei Exemplare verfügbar.