Belangloser Elektropop
Nach etwa einer Minute Laufzeit setzt auf »Deadbeat« von Tame Impala ein, Überraschung, Beat ein.
Beim Hören wird ziemlich schnell klar: Auch auf dem fünften Album des Multiinstrumentalisten Kevin Parker wird das fortgesetzt, was man schon zuvor von ihm gehört hatte. Aus dem ehemaligen Psychpop-Projekt (man denke an »Innerspeaker« von 2010 oder »Lonerism« von 2012) ist eines geworden, das sich vornehmlich der elektronischen Musik widmet.
Parker ist (auch) damit unglaublich erfolgreich: Er arbeitete mit der Popsängerin Dua Lipa an ihrem dritten Album, 2022 nahm er sogar eine Single mit Diana Ross für den Soundtrack des sicher sehr sehenswerten »Minions: The Rise of Gru« auf, im selben Jahr entstand ein Song mit den Gorillaz, 2023 war Tame Impala auf dem Soundtrack des »Barbie«-Films vertreten und 2024 erschienen zwei Songs, die zusammen mit den französischen Elektroduo Justice aufgenommen wurden.
Oft schimmert noch eine gewisse Verspieltheit durch, es finden sich melancholische Synth-Parts, und über allem säuselt Parkers Falsett-Stimme.
An deren Sound fühlt man sich stellenweise auch beim Hören von »Deadbeat« erinnert. Das Album bietet etwas belanglosen Elektropop, den Parker mit zumeist analogem Equipment zusammengebastelt hat. Oft schimmert noch eine gewisse Verspieltheit durch, es finden sich melancholische Synth-Parts, und über allem säuselt Parkers Falsett-Stimme.
Viel House, viel R ’n’ B, manchmal leicht orientalische Töne (»Obsolete« – nomen est omen) und manchmal scheppert es auch einfach nur vor sich hin (»Ethereal Connection«). Trotz all des kommerziellen Erfolgs scheint Parker – ähnlich wie der geneigte Hörer – nicht ganz zufrieden, die Texte haben zumeist etwas Larmoyantes, Partystimmung will nicht aufkommen.
Aber ist er wirklich ein »Loser« (Song Nummer vier)? Das sicher nicht, dafür dürften seine Deals doch zu viel Geld eingebracht haben. Das Album aber dümpelt vor sich hin, im Ohr bleibt wenig.

Tame Impala: Deadbeat (Columbia Records)