Jungle+ Artikel 11.12.2025
Wie die Rede von der sexualisierten Gewalt Vergewaltigung relativiert

Die asexuelle Revolution

Wenn Vergewaltigung als »sexualisierte Gewalt« begriffen wird, wie die Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal dies propagiert, hat das weitreichende Folgen. Dann erscheint sie nur als ein Gewaltverbrechen oder ein Machtvergehen, das mit anderen Formen der Körperverletzung gleichzusetzen wäre. Die Entsexualisierung sexueller Gewalt zeigt sich auch an der Beurteilung des 7. Oktober. Ein Auszug aus dem Buch »Subjekt Frau«.

Sexualisierte Gewalt – die unbefleckte Vergewaltigung?

Die Rede von sexualisierter anstelle sexueller Gewalt gehört inzwischen zu den Allgemeinplätzen sowohl des öffentlichen wie auch des wissenschaftlichen Diskurses. Die Begründerin der Kampagne »Aufschrei«, Anne Wizorek, versteht sexualisierte Gewalt wie folgt: »Unter sexualisierter Gewalt werden alle sexuellen Handlungen zusammengefasst, die gegen den Willen einer Person geschehen. Das beginnt bei unerwünschten Anmachen, Belästigungen oder Beleidigungen (also auch wenn nur Worte eingesetzt werden) und endet bei allen Formen tätlicher sexualisierter Gewalt (…).« Etwas später heißt es: »Vergewaltigungen sind kein Sex, sondern Gewalttaten. Hier wird Sexualität gezielt eingesetzt, um Macht auszuüben.«

Auf der Internetseite von UN Women Deutschland wird dazu in ähnlicher Manier ausgeführt: »Im Gegensatz zu ›sexuelle Gewalt‹ macht ›sexualisierte Gewalt‹ deutlich, dass es um Gewalt mit sexuellen Mitteln geht, nicht um Sex. Im Vordergrund geht es um eine Form der Machtausübung und Diskriminierung, nicht um die sexuelle Befriedigung oder einen sog. ›Trieb‹.« Und auch Wizorek merkt zu dem letzten Punkt an: »Es gibt keine biologische, psychische oder physische Ursache, die dafür sorgt, dass gerade Männer ihr Sexualverhalten nicht im Griff haben könnten (…).« Ähnliches kann man bei der Autorin Koschka Linkerhand nachlesen, die schreibt, Cis-Männer wären in der Lage, »ihren Penis als Gewaltinstrument (zu) benutzen«.

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