Guter Draht zum Kreml
Alice Weidel muss es wissen: Die AfD sei die einzige im Bundestag vertretene Partei mit offenen Kanälen zu den USA, zu deren Präsident Donald Trump und nach Russland. So frei heraus formulierte es die Partei- und Fraktionsvorsitzende der AfD Ende November während der Generaldebatte im Bundestag.
Genaueres über ihre »Kanäle« wollte sie zwar nicht preisgeben, aber sie empfahl, Deutschland solle in Russland günstiges Öl und Erdgas einkaufen. In einer an Russlanddeutsche gerichteten Weihnachtsansprache sagte sie bündig: »Wir wollen ein Deutschland, das wieder gute und normale Beziehungen zu Russland pflegt.«
Präsident Wladimir Putin sprach bei einer Sitzung mit Vertretern des Verteidigungsministeriums von den »europäischen Jungsäuen«, die Russland zerstören wollten.
Weidel kann sich in dieser Frage der Zustimmung vieler Spätaussiedler:innen aus der ehemaligen Sowjetunion sicher sein. Anfang 2025 veröffentlichte Ergebnisse einer Umfrage des Berliner Zentrums für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) belegen, dass Menschen mit russischem Migrationshintergrund, zu denen auch Russlanddeutsche zählen, fast doppelt so häufig die AfD unterstützen wie die Gesamtbevölkerung. Ebenfalls höher sei unter ihnen der Anteil derjenigen, die nicht allein Russland für den Krieg in der Ukraine verantwortlich machen und die Forderung der AfD teilen, die Sanktionen gegen Russland zu beenden.
Es wäre verkehrt, Nähe zu Positionen des Kremls einzig bei jenen zu suchen, die, wie der Beauftragte für Russlanddeutsche der AfD-Bundestagsfraktion, Eugen Schmidt, einen familiären Hintergrund in Ländern der ehemaligen Sowjetunion haben. Wer zu wem und auf welcher politischen Ebene einen direkten Draht zum Kreml pflegt, ist oft nicht ersichtlich, gelegentlich sorgt die AfD allerdings selbst für Transparenz.
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