01.01.2026
Chronik rassistischer und antisemitischer Vorfälle

Deutsches Haus #01/2026

In der zweiten Dezember­woche wurde auf einem Weihnachtsmarkt in Cux­haven laut rechtsextreme Musik abgespielt, unter anderem von der Band Landser. Die Polizei konnte inzwischen einen Verdächtigen ermitteln. Am Samstag vorvergangener Woche beleidigte eine Gruppe von rund zehn Männern in München vier Passanten auf rassistische Weise. Der Polizei zufolge war die vierköpfige Gruppe um ein Uhr nachts unterwegs, als sich etwa zehn Männer auf der anderen Straßenseite aufstellten. Diese hätten dann den Hitlergruß gezeigt, rechtsextreme Parolen skandiert und mit Glasflaschen nach den vier Männern geworfen. Am Freitag vergangener Woche äußerte sich ein 44jähriger Mann am Zugang einer U-Bahnstation in Berlin-Wedding rassistisch gegenüber einer 65jährigen Frau mit Kopftuch. Der Polizeimeldung zufolge bedrängte der Mann die Frau, hielt sie an den Armen, schubste sie, bespuckte sie und stieß sie schließlich zu Boden. Polizei­beamte nahmen den Mann kurz darauf fest. Eine Atemalkoholkontrolle habe einen Wert von rund 1,1 Promille ergeben. Der Mediendienst Integration berichtete, dass im ersten Halbjahr 2025 insgesamt 2 044 antisemitische Straftaten erfasst worden seien, darunter 50 Gewalttaten. Im Jahr zuvor waren 6 236 antisemitische Straftaten erfasst worden, 173 davon Gewalttaten. Das sei ein neuer Höchststand gewesen. Bereits von 2022 auf 2023 hätte sich die Zahl antisemitischer Straftaten fast verdoppelt. Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Jenaer Instituts für Demokratie und ­Zivilgesellschaft ergab, dass drei Viertel der schwarzen Menschen in Deutschland mindestens einmal rassistisch beleidigt worden sind. Dies ergab eine Umfrage, die das Institut Yougov durchgeführt hat, und in der mehr als 1 000 Menschen befragt wurden, die sich als schwarz oder afrodeutsch identifizieren.  js