Tatsachen statt Narrative
An einem Morgen Ende November geht es von Tel Aviv mit dem Hubschrauber zunächst nach Kiryat Shmona, einem Ort, dessen Einwohner zu den 80.000 Menschen im Norden Israels zählen, die für eineinhalb Jahre evakuiert worden waren. Unmittelbar nach der Landung führt die Fahrt ins teilweise zerstörte Metula, direkt an die Grenze zum Libanon. Ein Jahr lang war der Ort dem Beschuss der Hizbollah mit Panzerabwehrraketen ausgesetzt. Dabei gab es praktisch keine Vorwarnzeit, sämtliche Abwehrsysteme helfen nichts bei dieser Art von Angriff.
Das Nachbardorf auf libanesischer Seite wurde geräumt und teilweise von den IDF zerstört, da die Bevölkerung mit der Hizbollah zusammenarbeitete. Überall seien Waffen versteckt gewesen und Tunnel vorbereitet worden, sagt eine Oberstleutnantin des Geheimdiensts der IDF. Bilder Ayatollah Khomeinis und des von den IDF getöteten Hizbollah-Generalsekretärs Hassan Nasrallah zierten die Straßen ebenso wie Spruchbänder und Plakate mit der Aufforderung, al-Quds (Jerusalem) zu erobern. Eine Soldatin berichtet, man habe die Hizbollah mit bloßem Auge sehen können. Am Himmel kreist eine israelische Drohne, das Geräusch erinnert an ein Moped. Aus der Ferne hört man Beschuss, unterhalb des Orts wird ein Merkava-Panzer auf einem Tieflader in Stellung gebracht. Der Krieg im Norden ist noch nicht vorbei.
In den Mittagsstunden des 7. Oktober waren die verfügbaren IDF-Einheiten in Erwartung eines verheerenden Angriffs in den Norden des Landes verlegt worden, so die Oberstleutnantin.
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