Die personifizierte Querfront
Narzisstische Irrläufer, deren politische Route im Laufe ihres Lebens von radikal links bis nach extrem rechts führt, sind im bundesdeutschen Politikbetrieb keine Seltenheit. Im Milieu der Nationalpazifisten und Antiamerikaner ist so etwas besonders häufig der Fall (Jungle World 24/2024). Sieht man zudem gesellschaftliche Krisen – beispielsweise die Covid-19-Pandemie oder die Folgen des russischen Angriffskriegs – als Machenschaften von Verschwörern an, dann geht es schnurstracks in die rechtsextreme Ecke.
Genau dort findet sich nun endgültig der 75jährige Diether Dehm wieder. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete – mehr als 15 Jahre für die PDS und die Linkspartei – und langjähriger Schatzmeister der Europäischen Linken – eines Zusammenschlusses linker Parteien in Europa – gab in der Dezember-Ausgabe von Aufgewacht – Die Deutsche Stimme ein Interview. Die Überschrift des harmonisch verlaufenden Gesprächs: »Die Geheimdienste haben die Antifa gekapert«. Die Zeitschrift gehört zur rechtsextremen Kleinstpartei »Freie Sachsen«, der Titel der Ausgabe lautete: »Antifa-Terroristen. Von Hämmern zu Handschellen.«
Mit Nazis reden also. Und denen dürfte gefallen haben, was sie zu hören bekamen. Dehm behauptet in dem Interview, die Antifa stehe für »Nato-Kriegstreiberei und Entdemokratisierung« sowie die »Macht des herrschenden Kartells«.
In den sozialen Medien wirbt Dehm für »ein Zusammengehen von linken und rechten Patrioten«.
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