08.01.2026
Kein Grund, verzagt in die ­Zukunft zu schauen

Homestory #02/2026

Schluss mit der typisch linksdeutschen Mies­machererei: Das neue Jahr fängt richtig gut an. Jeder, der was anderes sagt, lügt!

Happy new year, bonne et heureuse année, buon anno nuovo, feliz año nuevo, szczęśliwego nowego roku und so weiter und so fort! Das wünschen die Beschäftigten Ihrer Lieblingszeitung allen ihren Leserinnen und Lesern.

Es gibt keinerlei Grund, verzagt in die ­Zukunft zu schauen und das Jahr bereits in die Tonne zu treten, bevor es richtig begonnen hat, wie das so viele tun, insbesondere wenn sie in diesen Zeiten hinausschauen in die große weite Welt. Ach was, die Zukunft ist hell und glänzend! Man muss sie nur richtig betrachten. Und was haben die ersten Tage dieses neuen wunderschönen Jahres nicht schon alles an Positivem mit sich gebracht.

Die Ayatollahs im Iran sind mit einer großen klassenübergreifenden Revolte konfrontiert, von den Basaris bis zu den Studis, inklusive Unmengen aufmüpfiger Frauen mit null Bock auf Kopftuch und andere patriarchale Faxen nach Mullah-Art.

Die Ayatollahs im Iran sind mit einer großen klassenübergreifenden Revolte konfrontiert, von den Basaris bis zu den Studis, inklusive Unmengen aufmüpfiger Frauen mit null Bock auf Kopftuch und andere patriarchale Faxen nach Mullah-Art; und der Oberste Führer Khamenei erwägt offenbar schon, sich im Fall des Falles nach Moskau abzusetzen, wo er dann gemeinsam mit dem ehemaligen syrischen Diktator Bashar al-Assad der guten alten Zeit der »Achse des Widerstands« nachtrauern könnte, die bedauerlicherweise das vergangene Jahr 2025 nicht überlebt hat.

Ein anderer präsidialer Verbündeter dieser Achse, bekannt für ausufernde Wahlfälschung, systematische Folter, antizionistisches Plemplemgelaber und sein einzigartiges Gespür dafür, alles mit Karacho ­gegen die Wand zu fahren, ein Typ namens Maduro, sitzt gerade in den USA im Knast, nachdem ihm ein Gratis-Extraflug dorthin spendiert worden war.

Vielbeachtetes ökologisches Experiment

Doch auch hierzulande geht es unaufhaltsam voran. In der für ihr prächtiges Funktionieren international bekannten schnuckligen Hauptstadt Berlin hat ein vielbeachtetes ökologisches Experiment begonnen, das dem Klimawandel einen schweren, vielleicht sogar entscheidenden Schlag versetzt. Unter der etwas abschreckenden Bezeichnung »Blackout« sind Zehntausende von Haushalten dabei, Energie- und Heizkosten bis zur Schmerzgrenze einzusparen; bis Donnerstag sollte es ursprünglich andauern, und die Bewohner der entsprechenden Häuser zeigten sich rundum zufrieden, auch wenn einige in den besseren Wohngegenden nörgeln, dass die Garage, in der die Oldtimer stehen, so lange leider nicht beheizbar ist.

Aber Mies­macher:innen findet man immer, selbst bei den großartigsten Emanzipationsbestrebungen. Das macht nichts, die Jungle World ist fest davon überzeugt: Alles wird gut! Und ein frohes neues Jahr noch einmal, sicherheitshalber.