Jungle+ Artikel 08.01.2026
Projektgebundene Mittel spielen für Universitäten eine wachsende Rolle

Renovieren war früher

Die staatlichen Zuwendungen werden gekürzt, die Kosten steigen: Viele Hochschulen müssen noch mehr sparen als bisher. Das liegt auch daran, dass seit Jahren die projektgebundenen Fördermittel einen immer größeren Anteil der Hochschulhaushalte ausmachen und die staatliche Grundfinanzierung demgegenüber sinkt.

Kurz vor Weihnachten beschloss das Berliner Abgeordnetenhaus den Doppel­haushalt für die Jahre 2026 und 2027. Einsparungen waren politisch vorgegeben und so wurde um die Finanzierung der Hochschulen besonders intensiv gerungen. Für das Jahr 2025 hatte der Senat die Hochschulfinanzierung bereits um 142 Millionen Euro gekürzt und auch für die Folgejahre umfangreiche Streichungen vorgesehen. Nach Protesten aus den Hochschulen, aber auch von Wirtschaftsverbänden, soll die Hoch­schulfinanzierung in den kommenden Jahren nun doch wieder steigen. Allerdings nur noch um drei bis dreieinhalb Prozent jährlich anstatt der ursprünglich für die Jahre 2024 bis 2028 vereinbarten fünf Prozent. In Zeiten steigender Kosten für Personal, Baukosten und Energie stellt das eine faktische Kürzung dar.

Zudem sollen die Berliner Hochschulen einen Teil ihrer Rücklagen für die Finanzierung des laufenden Betriebs und den Ausgleich der Kürzungen im vergangenen Jahr nutzen. Eine Folge dieser Sparmaßnahmen ist der Abbau von Stellen und Studienplätzen. In ganz Berlin sollen laut Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD) bis 2027 mindestens 14.000 Studienplätze gestrichen werden. Kleine Studiengänge wie der für Konservierung, Restaurierung und Grabungstechnik an der Hochschule für Wirtschaft und Technik Berlin drohen komplett eingestellt zu werden.

In allen Bundesländern wird über die künftige Finanzierung des Hochschulwesens diskutiert, in Nordrhein-Wetfalen sollen beispielsweise im kommenden Jahr 120 Millionen Euro weniger aus dem Landeshaushalt an die Hochschulen fließen.

»Wir raten Studieninteressierten von einem Studium an der Uni Hamburg ab«, teilte der Allgemeine Studierendenaus­schuss kurz vor Weihnachten mit.

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