Demokratisierung nicht vorgesehen
Die venezolanische Journalistin Ronna Rísquez sieht die jüngsten Entwicklungen skeptisch. »Positiv war, dass die neue Regierung am letzten Donnerstag die Freilassung einer großen Zahl politischer Gefangener bekanntgegeben hat.« Doch in den drei Tagen, die bis Samstag vergingen, sind nur elf politische Häftlinge freigelassen worden. »Darunter überwiegend Menschen aus anderen Ländern. Nur wenige Venezolaner, und auch auf Journalisten warten wir noch«, berichtet Rísquez, die im vergangenen Jahr von Caracas aus ins Exil ging. Sie beobachtet die Lage genau und ist irritiert davon, dass die Regierung ihrer Ankündigung nicht schneller Taten folgen lässt. Sie hofft auf die Freilassung von 20 Kolleg:innen, die ihren Informationen zufolge in venezolanischen Strafanstalten sitzen und freigelassen werden könnten.
Doch ob das geschehen wird, ist alles andere als sicher. Vieles hat sich nicht bewahrheitet seit der gegen internationales Recht verstoßenden militärischen Intervention der USA vom 3. Januar, bei der venezolanischen Angaben zufolge mehr als 100 Militär- und Sicherheitsangehörige, darunter 32 Kubaner, getötet wurden. Die Intervention hatte zum Ziel, den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro, der das Land diktatorisch regierte, in die USA zu verschleppen. »Die Hoffnungen auf einen regime change, den viele hatten, sind schnell zerstoben. Heute ist klar, dass die USA daran kein Interesse haben. Die Bemerkungen Donald Trumps über María Corina Machado, der es im Wahlkampf 2024 gelungen war, die Opposition zu einen, haben nicht nur mich überrascht«, so Rísquez.
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