15.01.2026
Große Teile der westlichen Linken stellen sich auf die Seite des iranischen Regimes

Mullahs und Melonen

Hätte man auch nicht gedacht, dass eines Tages das iranische Mullah-Regime zu Ende gehen könnte – und dass eine erschütternde Anzahl Linker sich dann nicht entblödet, den Machthabern in Teheran ganz, ganz fest die Daumen zu drücken. Oder zumindest die Demonstrationen im Land totzuschweigen.

Wenigstens hat man sich schon dran gewöhnt, Woche für Woche von neuer linker Irrsinnigkeit überrascht zu werden. Wobei diese neue eine alte ist, denn natürlich sind die Wassermelonen ganz vorn mit dabei im rhetorischen Kampf gegen den kleinen und den großen Satan.

So pflegte Ayatollah Ruhollah Khomeini Israel und die USA zu bezeichnen, zum ersten Mal benutzte er den Begriff »Großer Satan« offiziell in einer Rede am 5. November 1979. Einen Tag zuvor hatten iranische Studenten die US-Botschaft in Teheran besetzt und 52 Diplomaten als Geiseln genommen, die erst nach 444 Tagen wieder freikamen.

Es geht um Linke, die offenkundig lieber nicht wollen, dass sich die iranische Bevölkerung selbstbestimmt von den Mullahs befreit. Weil »die Zionisten« davon profitieren könnten, und natürlich auch die USA, was selbstverständlich viele weitere Jahre voller Unterdrückung und blutigem Terror im Iran rechtfertigt.

Auslöser sowohl der Besetzung als auch der Rede Khomeinis war die Aufnahme des gestürzten Schahs und seiner Familie in den USA. Der Ayatollah erklärte, dass die Vereinigten Staaten von Amerika der große Satan seien, der als imperialistische Macht in der ganzen Welt Korruption fördere.

Und wo er schon mal dabei war, erklärte er gleich auch Israel zum kleinen Satan, was in einschlägigen Kreisen wohl gut ankam, denn nur knapp ein Jahr später wurde der Begriff auch schon von Gaddafi übernommen. Und anschließend auch von der Hizbollah verwendet, wie man bei Wikipedia lesen kann, jedenfalls in der englischsprachigen, die zu beiden Satans lange Einträge bietet, im Gegensatz zur deutschsprachigen, in der sie gar nicht vorkommen.

Khomeini hatte übrigens in der Sowjetunion noch einen dritten, den »kleineren Satan« erkannt, aber darum geht es jetzt nicht. Nun geht es um Linke, die offenkundig lieber nicht wollen, dass sich die iranische Bevölkerung selbstbestimmt von den Mullahs befreit. Weil »die Zionisten« davon profitieren könnten, und natürlich auch die USA, was selbstverständlich viele weitere Jahre voller Unterdrückung und blutigem Terror im Iran rechtfertigt. Eine Bezeichnung für diese Kretins muss noch erfunden werden.