22.01.2026
Christian Lüth arbeitet wieder im Bundestag für die AfD

Der Rückkehrer

Der ehemalige Leiter der Pressestelle der AfD-Bundestagsfraktion, Christian Lüth, ist wieder zurück im Bundestag.

Wenn das kein Comeback ist! Der ehemalige Leiter der Pressestelle der AfD-Bundestagsfraktion, Christian Lüth, arbeitet erneut im Bundestag, mittlerweile sogar für mehrere Abgeordnete der rechtsextremen Partei. Im April 2020 war er von diesem Posten freigestellt worden, weil er sich als Faschisten bezeichnet hatte.

Im selben Jahr sorgte er für einen der größten Parteiskandale der AfD. Er hatte davon gesprochen, man könne Migranten ins Land lassen und »nachher immer noch alle erschießen« oder »vergasen«. Ein Kamerateam von Pro 7 filmte ihn heimlich bei diesen markigen Worten.

Zudem profilierte er sich dem Hauptstadtstudio der ARD zufolge mit dem Satz: »Je schlechter es Deutschland geht, desto besser für die AfD.« Damit lässt sich schlecht Politik machen, und Lüth wurde im September 2020 auf einstimmigen Beschluss des AfD-Fraktionsvorstands fristlos entlassen.

»Je schlechter es Deutschland geht, desto besser für die AfD.« Christian Lüth

Er selbst beteuerte damals, seine Aussagen seien »abscheulich und nicht entschuldbar« gewesen, mittlerweile sagt er nach Angaben der »Tagesschau«, man habe ihm »in einem privaten Gespräch eine Falle gestellt«, die »ironischen Aussagen von damals« habe er umgehend zurückgenommen und sich entschuldigt, »da sie nicht meiner Gesinnung entsprechen«.

Lüth ist beim Bundestagsabgeordneten Jan Wenzel Schmidt beschäftigt, der von 2022 bis 2025 als Generalsekretär der sachsen-anhaltischen AfD fungierte. Das Landesschiedsgericht der AfD in Sachsen-Anhalt hat einem Medienbericht zufolge den Entzug seiner Mitgliedsrechte bestätigt; die AfD wirft ihm unter anderem Scheinarbeitsverhältnisse und eine zweifelhafte Vermischung wirtschaftlicher Interessen mit seinem Bundestagsmandat vor, nicht zuletzt im Hinblick auf geplante Geschäfte mit China. Unter anderem arbeitet Lüth zudem für den AfD-Abgeordneten Reinhard Mixl aus Bayern, der sagt, er habe über Lüths damalige Aussagen nicht Bescheid gewusst.

Interessant an Lüth dürfte sein, dass er noch immer über viele Kontakte in und außerhalb der AfD verfügt; lange Jahre war er ein Vertrauter von Alexander Gauland. Nach seinem Rauswurf eröffnete er einen Zigarrenhandel, den er nach eigener Aussage noch immer betreibt.