Connewitz ist nicht verloren
Bereits am Vorabend war eine gewisse Anspannung auf den Straßen in Leipzig-Connewitz zu spüren. Eine Supermarktfiliale unweit der als Connewitzer Kreuz bekannten Straßengabelung wurde am Nachmittag mit Holzplatten versehen und ein weitreichendes Parkverbot ließ die Gegend verlassen wirken. Für den darauffolgenden Tag, den 17. Januar, hatte sich ein Bündnis aus antizionistischen Gruppen wie Handala und Lotta Antifascista unter dem Motto »Antifa means: Free Palestine« angekündigt.
Ursprünglich wollte man am soziokulturellen Zentrum »Conne Island« und am »Linxxnet«, dem Büro der Linkspartei-Politikerin Juliane Nagel, vorbeiziehen, die das Bündnis aufgrund ihrer Antisemitismuskritik als feindlich einstuft. Dass die antizionistische Demonstration im Viertel allerdings auf wenig Gegenliebe stoßen dürfte, kündigten Graffiti und Plakate wie »Fuck Your Intifada« an. Auch mehrere Gegenproteste hatten sich angekündigt. Dazu wurden gemeinsame Anreisen unter anderem aus Berlin, Dresden, Halle und Jena organisiert.
Die Demonstrationsroute wurde jedoch kurzfristig geändert; der Polizei zufolge auf Wunsch der Anmelderin, die sprach jedoch von einem Verbot der ursprünglich geplanten Route. Statt am »Linxxnet« und dem »Conne Island« vorbei sollte die Demonstration nun vom Connewitzer Kreuz aus Richtung Innenstadt laufen.
Als sich eine Rednerin der antizionistischen Demonstration für Anreisen aus Hessen und Niedersachsen bedankte, beantwortete das die Gegenkundgebung mit »Wessis raus«-Sprechchören.
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