22.01.2026
Trump schimpft über Norwegen

Post aus Amerika

Ohne Friedensnobelpreis keinen Frieden – der US-Präsident fühlt sich nicht länger »dem Frieden verpflichtet«.

So so, da hat sie also nicht geklappt, die wassermelonische Eroberung von Connewitz am Samstag. Anderswo ist man dagegen noch optimistisch, dass ein groß verkündeter Übernahmeplan auch tatsächlich klappen wird.

Genau, es geht um Grönland, das US-Präsident Trump nach wie vor annektieren will, auch wenn der Rest der Welt inklusive seiner eigenen Partei dieser Idee nicht sehr aufgeschlossen gegenübersteht. Aber das beeindruckt den Mann, der sich gern als knallharten Strategen und gewieften Taktiker sieht, selbstverständlich kein bisschen.

Und überhaupt, die Norweger sind schuld! So teilte er es jedenfalls am Sonntag dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre mit, der sich über den Brief aus Amerika bestimmt sehr freute. Darin schrieb Trump, dass er nicht länger ausschließlich an Frieden denke, denn schließlich habe Norwegen ihm nicht den Friedensnobelpreis verliehen, und das, obwohl er doch mehr als acht Kriege beendet habe.

Es gebe keinen schriftlichen Vertrag dar­über, so Trump, dass Grönland zu Dänemark gehöre, sondern nur die Tatsache, dass vor Hunderten Jahren mal ein Boot dort gelandet sei, aber das hätten US-Schiffe ebenfalls schon getan.

Daher werde er sich nun hauptsächlich damit beschäftigen, was gut für die USA sei, und das sei eben, Grönland zu übernehmen. Im Übrigen gebe es keinen schriftlichen Vertrag dar­über, dass Grönland zu Dänemark gehöre, sondern nur die Tatsache, dass vor Hunderten Jahren mal ein Boot dort gelandet sei, aber das hätten US-Schiffe ebenfalls schon getan.

Man kann nur mutmaßen, ob Støre sehr laut und lang über Trumps Nachricht gelacht hat. Einen Tag später hatte er sich jedenfalls wieder so weit beruhigt, dass er eine Pressekonferenz abhalten konnte, auf der er unter anderem sagte, er habe versucht, deeskalierend zu wirken, und eine Telefonkonferenz zum Thema Grönland und Strafzölle vorgeschlagen.

Daraufhin sei dann nicht nur bei ihm, sondern bei den Regierungschefs aller Nato-Länder besagte Nachricht von Trump eingegangen. Norwegen steht fest an der Seite von Dänemark, Grönland und der Nato. Und was den Friedensnobelpreis anbelangt, habe er dem US-Präsidenten schon mehrmals erklärt, dass der nicht von der Regierung verliehen werde.

Eine Antwort Trumps steht derzeit noch aus, man kann aber getrost davon ausgehen, dass sie sehr, sehr wassermelonisch ausfallen wird.