Jungle+ Artikel 12.02.2026
Arabische Israelis leiden unter ausufernder Gewaltkriminalität

Im Kreuzfeuer

An Protesten gegen die ausufernde Gewaltkriminalität in den arabischen Communitys Israels beteiligen sich Zehntausende Menschen. Staatspräsident Yitzhak Herzog sprach bereits von einem »nationalen Notstand«.

In Israel mehren sich Proteste gegen die seit Jahren ansteigende Gewaltkriminalität in den arabischen Communitys des Landes. Im Jahr 2025 wurden 252 arabische Israelis bei kriminellen Gewalttaten getötet. Dies geht aus in israelischen und internationalen Medien zitierten Zahlen der Abraham-Initiativen hervor, einer israelischen NGO, die sich für die Rechte arabischer Staatsbürger Israels einsetzt. Verglichen mit den Vorjahren markierte die Zahl einen neuen Höchststand.

Die jüngsten Entwicklungen übertreffen diese Zahl sogar noch: Am Sonntagabend berichtete das israelische Nachrichtenportal Walla von 39 Todesopfern seit Jahresbeginn. Mehrere israelische Medien sprechen übereinstimmend von durchschnittlich einem Toten pro Tag. Die Journalistin Orli Alkalai sagte dem Radiosender Reshet Bet am Sonntag, dass allein innerhalb der ersten Februarwoche zwölf arabische Israelis durch Verbrechen getötet worden seien.

Am vorvergangenen Samstag protestierten Berichten israelischer Medien zufolge 40.000 jüdische und arabische Israelis in Tel Aviv mit Slogans wie »Stoppt die Gewalt« gegen Kriminalität in Israels arabischer Bevölkerung. Zwei Tage zuvor hatten sich nach Berichten der israelischen Tageszeitung Yedioth Ahronoth 50.000 Menschen an einem Protest in der arabischen Stadt Sachnin in der Region Galiläa beteiligt.

»Wir können so nicht leben. Ständig Schießereien, Brände, Kriminalität und Bedrohungen. So kann es nicht weitergehen.« Nazieh Masarwa, stellvertretender Bürgermeister von Kafr Qara

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