Ewig jugendlich
Gerade noch so im vergangenen Jahr, nämlich am 31. Dezember, beehrten uns Ulver mit ihrem mittlerweile 14. Studioalbum. Der Name der Band, zu Deutsch Wölfe, verweist auf die norwegische Metal-Jugendkultur, in der das Tier für Außenseitertum steht.
Vor allem in der Black-Metal-Szene des Landes machte sie sich schnell einen Namen. Aus dieser Zeit stammen nicht nur hochnotpeinliche Interviews, sondern auch der Genreklassiker »Bergtatt« (1995) – ein Album, das auch heute noch mit seinen Folk-Einflüssen hörenswert ist.
Doch bereits in den Neunzigern wandte sich die Band von der Gitarrenmusik ab und begann, vor allem elektronische Elemente in ihre Veröffentlichungen zu integrieren. Seitdem haben Ulver von Sechziger-Rock-Covern (»Childhood’s End«, 2012) bis zu Drone (das 2014 erschienene »Terrestrials« wurde mit Sunn O))) eingespielt) zur Freude und teilweise zum Leid der Fans eine Reihe an Stilen ausprobiert.
Der Titel des neuen Albums passt zu den Stilwechseln der Band: »Neverland«, Nimmerland, die Insel des nie erwachsen werdenden Peter Pan. Ewig jugendlich experimentiert die Band immer weiter und will sich nicht auf einen Sound festlegen.
In gewisser Weise passt dazu der Titel des neuen Albums: »Neverland«, Nimmerland, die Insel des nie erwachsen werdenden Peter Pan. Ewig jugendlich experimentiert die Band immer weiter und will sich nicht auf einen Sound festlegen.
Bestach das 2024 veröffentlichte »Liminal Animals« durch eingängige Songs und interessante Lyrics, verzichtet die neueste Veröffentlichung der Osloer auf beides. »Neverland« bietet verträumten Ambient zwischen Neoklassik, Progrock und Neunziger-Elektronik – mit einem Hauch Exotik, die auch auf dem Cover zu sehen ist.
Das rutscht dann manchmal leider ins Kitschige ab, zum Beispiel wenn in »Horses of the Plough« die New-Age-Flöte einsetzt. Das Album funktioniert in jedem Fall als träumerisch-eskapistische Reise in magische Gefilde. Das kann man gelungen finden – oder eben langweilig.

Ulver: Neverland (House of Mythology)