French Connection
Paris. Die Verbindungen des Sexualverbrechers Jeffrey Epstein nach Frankreich könnten dort allerlei ins Rutschen bringen – das vermuteten zwei Kommentatoren des französischen Senders BFM TV am Wochenende. Denn in den Dokumenten, die das US-Justizministerium jüngst zum Fall veröffentlicht hatte, tauchen die Namen mehrerer französischer Prominenter auf. Epstein verfügte in Paris über eine 740 Quadratmeter große Wohnung an der Avenue Foch, einer Luxusgegend im großbürgerlich geprägten 16. Bezirk, ganz in der Nähe des Arc de Triomphe. Die Pariser Staatsanwaltschaft hat nun angekündigt, eine Sondereinheit für die Auswertung der Epstein-Akten zu gründen.
Bereits 2019 wurde im Zuge der Untersuchungen gegen Epstein in den USA auch in Frankreich ermittelt. Im Zentrum stand damals der Model-Agent Jean-Luc Brunel. Er wurde beschuldigt, Epstein jahrelang als eine Art Zuhälter geholfen zu haben. Ab 2020 saß er im Gefängnis, wo er 2022 – wie Epstein 2019 – tot in seiner Zelle aufgefunden wurde. Daraufhin wurde das Verfahren wegen Vergewaltigung Minderjähriger gegen ihn eingestellt.
Die Pariser Staatsanwaltschaft hat angekündigt, eine Sondereinheit für die Auswertung der Epstein-Akten zu gründen.
Mit den neuen Informationen will die französische Staatsanwaltschaft die Ermittlungen in Sachen Mädchenhandel nun erneut aufnehmen. Ein weiterer Name, der in den Epstein-Akten auftaucht, ist der des Model-Scouts Daniel Siad. Gegen ihn erstattete das ehemalige schwedische Model Ebba Karlson am 10. Februar Anzeige: Siad habe sie 1990 vergewaltigt. Wenige Tage später, am 12. Februar, berichtete die Pariser Staatsanwaltschaft, eine Beschwerde gegen den Dirigenten Frédéric Chaslin wegen sexueller Belästigung aus dem Jahr 2016 wieder zu verfolgen. Die Anschuldigungen gegen Chaslin sind nicht verjährt. Auch sein Name taucht in den Akten zum Fall Epstein auf.
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