Influencer, Tische, Wasser, Skater
Zwei gut gekleidete Geschwister fahren in einem SUV durch einen Wald in der US-amerikanischen Provinz, um ihren zurückgezogen lebenden, kauzigen Vater zu besuchen; eine betuliche, bürgerliche Autorin von Liebesromanen fragwürdiger literarischer Qualität erwartet in Dublin ihre gänzlich unterschiedlichen erwachsenen Töchter zur jährlichen tea time; zwei junge, subkulturell gekleidete Zwillinge fahren durch Paris zu der leergeräumten Wohnung ihrer verunglückten Eltern, um sich zu verabschieden – so heben die drei Episoden in Jim Jarmuschs neuem Film »Father Mother Sister Brother« an, um in und zwischen den kleinen Details der großen Spuren eines in seiner Verschiedenheit verbundenen Allgemeinen – des Lebens – gewahr zu werden.
Den titelgebenden namenlosen »Father« (Tom Waits) finden die beiden Geschwister Emily (Mayim Bialik) und Jeff (Adam Driver) in einem chaotischen Häuschen am See in schlabbrigen Klamotten vor, wo er sich unbeholfen, aber doch zugewandt dem kurzen Zusammenkommen der sonst distanziert lebenden Familie widmet. Zwischen unangenehmem Schweigen und merklicher Irritation über das schrullige Auftreten des väterlichen Einsiedlers, dessen Bibliothek ihn als Biber-Enthusiasten und Noam-Chomsky-Leser outet, tun sich immer wieder Momente anerkennender Verbundenheit auf – etwa wenn sich beim Blick auf den winterlichen See plötzlich eine geradezu bezwingende Ruhe auszubreiten scheint.
Die distanzierte Verbundenheit innerhalb der gezeigten Familien spiegelt sich in den losen Bezugnahmen zwischen den Episoden – einzelne Motive und Sprichwörter tauchen in allen von ihnen auf.
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