26.02.2026
Lotto spielen gegen Altersarmut?

»Viel Glück«

Im Kampf gegen die drohende Altersarmut winkt der Kolumnistin das Glück bei den Rubbellosen.

Nachdem in der vorigen Kolumne ausgeschlossen wurde, dass der drohenden Altersarmut mit ehrlicher oder unehrlicher Arbeit zu entkommen ist, blieben nicht mehr viele Optionen übrig, um doch noch reich zu werden. Oder auch nur wohlhabend. Womit schnell feststand, dass nun geglücksspielt werden muss. Konkret: Lotto, und das idealerweise online.

Schwierige Entscheidungen sind zu treffen: 6 aus 49? Oder Eurojackpot? Keno? Glücks­spirale? Zusatzlotterien? Rubbellose?

Klingt einfach: Sich kurz auf der entsprechenden Seite anmelden, ein paar Zahlen ankreuzen, was soll da schon schiefgehen? Nun, es ist erstaunlich, wie viele virtuelle Steine einem auf dem Weg zur ersten Lotto-Million in den nicht minder virtuellen Weg gelegt werden. Das Elend fängt schon damit an, dass es eine nicht unbeträchtliche Zahl von Lottoseiten gibt, aber natürlich ist nur eine die, auf der man spielen möchte.

Bis die auch wirklich zweifelsfrei identifiziert wird, dauert es, aber schon ein, zwei Viertelstündchen später ist es nach der hochpeniblen Anmeldeprozedur so weit und man ist eine anerkannte Lottospielerin. Oder könnte eine sein, gälte es nicht, schwierige Entscheidungen zu treffen. 6 aus 49? Oder Eurojackpot? Keno? Glücks­spirale? Zusatzlotterien? Rubbellose?

Die Entscheidung fällt schließlich auf stinknormales Lotto, und das Angebot, dass die Glücksspiel-KI für ­einen sechs Zahlen ankreuzt, wird dankbar angenommen. Ist schließlich immer besser, wenn man nicht selbst schuld daran ist, dass es mit dem Reichtum nicht klappt. Was sich im Nachhinein als gut erweisen wird, denn die KI schafft immerhin eine richtige Ziffer, während die eigenen Lieblingszahlen samt und sonders nicht gezogen wurden.

Rubbeldikatz!

Aber dafür winkt das Glück bei den Rubbellosen. Davon gibt es verwirrend viele, die einzelnen Sorten kosten zwar unterschiedlich viel, sehen aber durch die Bank ähnlich scheiße aus. Und heißen blöd, wie die Sorte »Party-Glück«, auf die gemalt ist, wie sich drei hässlich angezogene Menschen umringt von Discokugeln verrenken.

Oder das Rubbellos »Heiße 7«, das stilisierte lodernde Flammen zeigt. Nein, so geht das nicht, am Ende werden es drei Exemplare von »Viel Glück«, versehen mit gehäkelten Fliegenpilzen und einem goldenen Hufeisen, auch nicht schön, aber dafür mit einem Euro pro Stück hübsch billig. Die Online-Aufrubbelei der Dingsies funktioniert wunderbar, und nach kurzer Zeit steht fest, dass man eine Gewinnerin ist: Insgesamt drei Euro ergattert! Ha! Erzittere, Altersarmut!

Funny van Dannen warnte schon zu D-Mark-Zeiten in seinem Lied »Alles Verkauft« vor den Gefahren der Glücksspielsucht

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