19.03.2026
»Kinderschutz«-Demonstration in Berlin

Blutige Chips

Die Verschwörungstrottel haben wieder einmal ein neues Thema gefunden, aber ob sie verstehen, worum es dabei geht, bleibt zu bezweifeln.

Die Erleichterung über den Misserfolg der sogenannten Kinderschutz-Demonstration am Wochenende in Berlin war verfrüht. Dass nur ein paar hundert Verschwörungsgläubige statt der angekündigten zehntausend zum großen Event erschienen, ändert nichts daran, dass die Trotteleria ihr nächstes großes Thema gefunden hat. Und, wie immer faktenresistent, daran festhalten wird.

Kinderschutz in ihrer Lesart passt nämlich ausgezeichnet zu dem, was sie in den letzten Jahren als die großen Anliegen der »schweigenden Mehrheit« zu verkaufen versucht hatten. Dazu gehören der Kampf gegen die »Lügenpresse«, die Skandale totschweige, statt zu berichten. Wie etwa über todbringende Zwangsimpfungen, den großen Bevölkerungsaustausch sowie Ärgernisse wie Krieg, Zwangsgebühren, Babyblut in Kartoffelchips und das Ende der Weihnachtsmusik im Supermarkt. Und nun ist es der Kinderschutz. Nein, nicht der alltägliche Kinderschutz, dem es darum geht, Kinder vor gewalttätiger Erziehung, Missbrauch, Vernachlässigung oder Indoktrination zu beschützen. Sondern der andere: Kinder werden nämlich durch, genau, hauptsächlich von den Eliten dieser Welt – mit anderen Worten: Juden, Israel, Hollywood, Reiche, Mächtige und alle, die anderer Meinung sind – tagtäglich geimpft, ermordet, gegessen, rituell geschändet und was nicht noch alles.

Eine Streamerin sagte entsprechend am Ende ihrer von Andeutungen über die Akteninhalte nur so wimmelnden Live-Übertragung, dass sie sich die Dokumente vielleicht demnächst mal anschauen werde. 

So stehe es auch in den Epstein-Akten, berichteten Demoteilnehmer rechte Streamer. Und schwadronierten über angeblich darin gezeigte grausame Szenen sowie darüber, dass sie das Volk seien, das nun Aufklärung, Transparenz und harte Strafen fordere. Selbst hatten sie allerdings wohl nicht nachgeguckt, was in den Epstein-Akten zu finden ist. Eine Streamerin sagte entsprechend am Ende ihrer von Andeutungen über die Akteninhalte nur so wimmelnden Live-Übertragung, dass sie sich die Dokumente vielleicht demnächst mal anschauen werde. Brauche sie nicht, antwortete ihr Partner, der Dingens und der Dangens hätten ja schon alles Wichtige in hochbrisanten Videos über das schauderhafte Wirken der Eliten zusammengefasst. Und so wird das nicht die letzte Demo dieser Art gewesen sein.