Jungle+ Artikel 30.04.2026
Wolfgang Kubicki will die FDP retten

Mit Volldampf nach rechts

Wolfgang Kubicki will die FDP retten – mit einem Kurs, der zwischen Union und AfD laviert. Beim Parteitag Ende Mai will er für den Parteivorsitz kandidieren.

Wenn von Technologieoffenheit die Rede ist, meint das gemeinhin nicht die Frage, wie man mit den neuesten Erfindungen das Wohl der Menschheit fördern könnte, im Gegenteil. Der insbesondere rechts der Mitte so beliebte Begriff zielt meist darauf, von fossilen Energieträgern abhängige Technologien aus dem vergangenen Jahrhundert – Klimawandel hin oder her – unbedingt zu bewahren. Uromas Sammeltassen tun schließlich auch noch ihren Dienst.

Umso seltsamer, dass auch die FDP, die sich gern innovativ tönend als »Wirtschaftspartei« gibt, Offenheit für überholte Technologien predigt. Zumal mit diesem Kurs des Anbiederns an – auch ökonomisch irrationale – rechtspopulistische Vorstellungen schon der frühere Parteivorsitzende Christian Lindner bei einer Bundestagswahl und mehreren Landtagswahlen krachend gescheitert ist.

Lag es vielleicht nur am Führungspersonal? Braucht es einfach jemanden an der Parteispitze, der dieser Vorgabe das passende Gesicht gibt? Wolfgang Kubicki vielleicht, der als 74jährige Talkshow-Dampfmaschine nicht nur den rückwärtsgewandten Fossilfetischismus verkörpert wie kein anderer, sondern mit vielem, was er so von sich gibt, auch auf einem AfD-Parteitag kaum auffallen ­würde?

Zum Rechts­populismus besitzt Kubicki offensichtlich keinerlei Berührungsängste.

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